Die WEC begibt sich die in die heiße Phase der Saison 2026: In Fuji wartet an diesem Wochenende (25.-27. September) das sechste von acht Rennen. Beim letzten Übersee-Rennwochenende des Jahres - danach folgen noch Barcelona und Monza - gastiert die Langstrecken-WM auf Toyotas Hausstrecke. Der japanische Autobauer hat seit der WEC-Gründung 2012 neun Siege bei seinem Heimspiel erzielt, den letzten im Jahr 2023.
Kann Toyota an diesem Wochenende zurückschlagen, oder landet etwa Alpine einen weiteren Sieg? Die Franzosen gewannen 2025 in Fuji ihr erstes WEC-Rennen und setzten am heutigen Freitag ein Ausrufezeichen: Victor Martins sicherte sich die Bestzeit im 2. Freien Training und damit die schnellste Rundenzeit des Tages.
WEC-Training in Fuji: Vorjahressieger Alpine an der Spitze
Der Franzose umrundete den Kurs mit seiner 1,4 Kilometer langen Geraden am Nachmittag (7 Stunden Zeitverschiebung zu Deutschland) in 1:29.304 Minuten. Zuvor im 1. Freien Training brauchte Toyota-Pilot Ryo Hirakawa 1:29.694 Minuten für seine schnellste Runde und knackte als Einziger die 1:30er-Marke. In der zweiten Session unterboten hingegen elf der 17 Hypercars diese Marke.
Martins im #36 Alpine A424 (Gounon, Martins) setzte die Bestzeit in den ersten 15 Minuten des 90-minütigen Trainings. Die weiteren Teams entschieden sich ebenfalls für einen frühzeitigen Qualifying-Lauf, bevor sie den Fokus auf Long Runs und den Umgang mit den Michelin-Slickreifen (Soft & Medium) richteten.

Nach den ersten schnellen Runden zeichnete sich sogar eine Doppelführung von Alpine ab, bis Aston-Martin-Pilot Harry Tincknell dazwischenfunkte und den zweiten Platz übernahm. Der Brite fand in seiner 11. Runde noch einmal zwei Zehntelsekunden und sortierte sich mit einer 1:29.343 an zweiter Stelle ein. Tincknell fehlten nur 0,039 Sekunden zu Spitzenreiter Martins. Bemerkenswert: Das gesamte Hypercar-Feld lag innerhalb einer Sekunde.
Großer Wirbel um Fahrer-Rauswürfe bei Alpine
Hinter dem #007 Aston Martin Valkyrie belegte Charles Milesi den dritten Platz im #35 Schwester-Alpine. Der pfeilschnelle Franzose hatte knapp eine Zehntelsekunde Rückstand zu seinem Teamkollegen und Landsmann. Alpine hatte im Vorfeld des Rennwochenendes für reichlich Wirbel gesorgt mit der offenbar sehr kurzfristigen Entscheidung, Fahrer-Duos statt der üblichen Trios an den Start zu schicken.
Antonio Felix da Costa und Fred Makowiecki sind zumindest in Fuji nicht mehr Teil des Teams - Gründe für diesen Entschluss nannte Alpine nicht. Der Portugiese Felix da Costa hatte sich laut eigenen Angaben via Instagram bereits auf den Weg nach Fuji begeben, bevor die Kehrtwende erfolgte. In einem späteren Statement teilte er mit, dass Alpine "aus strategischen Gründen" entschieden hätte, die beiden Autos mit nur zwei Fahrern zu besetzen. Seit dem WEC-Einstieg 2024 waren die Franzosen, die sich Ende 2026 aus der WEC verabschieden, durchweg mit Dreiergespannen angetreten.
Trainings-Ergebnis: Nur drei Marken in den Top-6
Zurück zum 2. Training: Auf den Plätzen vier, fünf, sechs und sieben folgten Mathieu Jaminet (#19 Genesis, persönliche Bestzeit in letzter Minute), Mathys Jaubert (#17 Genesis), Marco Sörensen im zweiten Aston Martin und Jack Aitken mit seinem #38 Cadillac V-Series.R. Damit fuhren sämtliche Alpine, Genesis und Aston Martin in die Top-6 der Zeitentabelle. Alle drei Marken hatten vor drei Wochen in Austin bereits einen starken Eindruck hinterlassen.
Von den 'Platzhirschen' Toyota und Ferrari war im Training hingegen nicht allzu viel zu sehen. Lokalmatador Ryo Hirakawa führte den besserplatzierten der zwei Toyota TR010 Hybrid zu Platz acht - vier Zehntelsekunden Rückstand zur Spitze. Das Schwesterauto mit Kamui Kobayashi begnügte sich mit P13.
Kein Ferrari in Top-10 - BMW abgeschlagen
Ferrari schaffte es unterdessen nicht einmal in die Top-10 des Klassements: der in Austin siegreiche #50 Ferrari mit Antonio Fuoco belegte P11, während Robert Kubica im gelben AF-Corse-Ferrari auf dem Fuße folgte. Der zweite Werks-Ferrari, die #51 um Weltmeister Antonio Giovinazzi, sortierte sich gar an 16. Stelle ein.
Langsamer war nur Sheldon van der Linde im #20 BMW M Hybrid V8, der mit 1,058 Sekunden Rückstand die 'rote Laterne' inne hatte. Bahnt sich für die Münchner wie zuletzt in Austin ein weiteres schwieriges Wochenende an, oder legte das Team noch keinen Wert auf schnelle Rundenzeiten? Der zweite BMW in den Händen von Dries Vanthoor landete auf P14. BMW benötigt ein starkes Wochenende, um in der Hersteller-WM nicht den Anschluss zu Spitzenreiter Toyota zu verlieren.
Am Samstag wartet noch ein 3. Freies Training in Fuji (02:30 Uhr deutscher Zeit), bevor es im Qualifying ab 07:00 Uhr unserer Zeit erstmals um die Wurst geht. Das 6-Stunden-Rennen auf dem Fuji Speedway beginnt am aus deutscher Sicht sehr frühen Sonntagmorgen um 04:00 Uhr.
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