Was ist bloß bei Alpine los? Der französische Autobauer setzt beim bevorstehenden WEC-Rennen in Fuji (25.-27. September 2026) zum ersten Mal nur auf Fahrer-Duos in seinen beiden LMDh-Prototypen. Antonio Felix da Costa wird nicht im Alpine A424 mit der Startnummer #35 fahren, während auf dem Schwesterauto Fred Makowiecki fehlt.
Den #35 Alpine teilen sich beim sechsten Saisonrennen in Japan demnach nur Ferdinand Habsburg und Charles Milesi. Die beiden sorgten 2025 in Fuji für den ersten Sieg von Alpine in der Langstrecken-WM und holten beim vergangenen Rennen in Austin das erste Saison-Podest für die Franzosen - noch mit Felix da Costa als Teamkollegen. Den #36 Alpine teilen sich Jules Gounon und Neuzugang Viktor Martins.
Großer Fahrer-Wirbel bei Alpine in der WEC
Alpine gab die Reduzierung der Fahreraufgebote am Mittwoch in seiner Presse-Vorschau auf das Rennen bekannt, ohne jegliche Gründe für die Entscheidung zu kommunizieren. Französische Medien hatten schon am Montag von diesem Schritt berichtet. Eine Presseanfrage von Motorsport-Magazin.com ist seit Montagmittag unbeantwortet.
In der vorläufigen Starterliste tauchten Felix da Costa und Makowiecki noch auf. Der Portugiese Felix da Costa zeigte am Dienstag ein Foto auf seiner Instagram-Seite aus dem Cockpit eines Flugzeuges heraus, versehen mit den Worten "Lissabon nach Japan". In der Nacht auf Mittwoch veröffentlichte er ein weiteres Foto, diesmal von sich selbst, mit dem Titel "Planänderung" sowie dem Flughafen Lissabon als Ortsmarke.
Wurde Felix da Costa von seinem 'Rauswurf' kurz vor dem geplanten Abflug tatsächlich kalt erwischt, oder wollte der frühere Formel-E-Weltmeister damit ein öffentliches Zeichen setzen? Klar ist nur, dass einiges schiefgelaufen ist. Das Fachportal Sportscar365 spekuliert bereits, dass sowohl Felix da Costa als auch Makowiecki für den Rest der Saison bei den ausstehenden Rennen in Fuji, Barcelona und Monza nicht zu Alpine zurückkehren werden.

Alpine vor WEC-Aus - Zukunft weiter unklar
Die überraschende Trennung von beiden Fahrern dürfte mit dem bevorstehenden Werksausstieg von Alpine zum Ende der WEC-Saison 2026 zusammenhängen. Der Autobauer hatte seinen Abschied im Februar dieses Jahres öffentlich kommuniziert. Alpine begründete den Schritt mit wirtschaftlichen Herausforderungen auf dem Automobilmarkt. Dass sich eine vergleichsweise kleine Marke wie Alpine überhaupt Engagements in den FIA-Weltmeisterschaften Formel 1 und WEC leistete, sorgte bei Branchenkennern immer wieder für Stirnrunzeln.
Seit einigen Monaten halten sich Spekulationen über einen Verkauf von Alpines WEC-Programm an den chinesischen Geely-Konzern, der weitere Marken wie Volvo, Polestar, Lynk & Co oder Lotus unter sich vereint. Dabei soll angeblich auch der Verkauf der Motorenschmiede in Viry-Chatillon, wo Alpine und Renault jahrelang ihre Renn-Motoren entwickelten, eine Rolle spielen.
Teamchef-Statement klingt kurios angesichts Fahrer-Trennungen
Alpine hat sich abgesehen vom bestätigten WEC-Aus noch nicht zur Zukunft geäußert. Wie es mit dem französischen Rennstall Signatech von Teamchef Philippe Sinault, der seit 2024 die Werkseinsätze für Alpine in der Langstrecken-Weltmeisterschaft durchführt, weitergeht, ist ebenfalls unklar.
Angesichts des jüngsten Fahrer-Wirbels wirken die Worte von Teamchef Sinault in der Presse-Vorschau kurios. "Das gesamte Team reist mit großer Begeisterung und Entschlossenheit nach Fuji, um das Leistungsniveau zu bestätigen, das wir bei den vergangenen Rennen gezeigt haben", wurde der Franzose dort zitiert. Und weiter: "Wir müssen auf jedes Szenario vorbereitet sein und ein starkes Wochenende abliefern, um uns erneut in die Lage zu versetzen, an der Spitze mitzukämpfen."

Alpine erzielte beim vorangegangenen Rennen im texanischen Austin mit den Plätzen drei und fünf sein bestes Saison-Resultat. Die Franzosen belegen den fünften Platz in der Hersteller-Wertung mit 66 Punkten. Toyota (140 Punkte) führt die Tabelle vor BMW und Ferrari an.
Neben Alpine treten in Fuji auch die beiden Aston Martin Valkyrie sowie der #12 Cadillac V-Series.R von Jota lediglich mit Fahrer-Duos statt Trios an. Bei beiden Herstellern war die Besetzung allerdings im Vorfeld klar gewesen. Im Cadillac wird der lange Zeit verletzte Alex Lynn für die letzten Saisonrennen in Barcelona und Monza zurückkehren. Zuletzt in Austin sprang der US-Amerikaner Ricky Taylor ein, der für die 2027 mit einem Stammcockpit bei Jota in Verbindung gebracht wird.
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