Ende Juli 2026 lief die Produktion des Verbrenner-Macan aus. In Europa war er bereits früher verschwunden, weil sich eine technische Überarbeitung laut dem Hersteller wirtschaftlich nicht lohnte. Doch die Verkaufszahlen zeigen, wie wichtig der Benziner blieb: Im ersten Halbjahr 2026 wurden weltweit 35.315 Macan ausgeliefert, davon 19.695 Verbrenner und 15.620 Elektrofahrzeuge. Insgesamt schrumpfte die Baureihe jedoch um knapp 22 Prozent.
2028 soll deshalb wieder ein Macan mit Verbrennungsmotor angeboten werden – parallel zum Elektro-Modell. Porsche reagiert damit auf einen Markt, in dem Kunden den Wechsel zum Elektroauto längst nicht überall im gleichen Tempo vollziehen.

Porsche will nicht mehr alles elektrifizieren
Porsche-Chef Michael Leiters betont, man werde weiter in batterieelektrische Fahrzeuge investieren, müsse aber zugleich eine tragfähige Verbrennerstrategie aufbauen. Auch Hybride gelten nicht bloß als Übergangslösung. Besonders beim 911 soll die Kombination aus Verbrenner und Elektromotor eine zentrale Rolle spielen.
Beim 911 ist Schluss mit vollelektrisch
Porsche hat mehrfach bekräftigt, dass es keinen vollelektrischen 911 geben wird. Der 911 soll ein Verbrenner bleiben, aber stärker elektrifiziert werden. Der Elektroantrieb darf Leistung und Effizienz verbessern, ohne den Charakter des Autos grundlegend zu verändern.

Ein großer Akku bringt zwar Leistung, verändert jedoch Gewicht, Packaging und Fahrgefühl. Porsche will sein wichtigstes Markenprodukt nicht einer Technologie unterordnen, deren Vorteile bei diesem Sportwagen nicht automatisch überwiegen.
Der 718 geht den anderen Weg
Boxster und Cayman sollen trotz Verzögerungen als Elektroautos kommen. Der Produktionsstart ist für 2027 geplant. Damit führt der 718 Porsche in eine elektrische Sportwagenwelt, während der 911 als Bindeglied zur traditionellen Marken-DNA dient.

Die Zeiten des Wachstums um jeden Preis sind vorbei
Hinter der Antriebsfrage steckt ein größeres Problem. Porsche setzte stark auf China und Elektromobilität, doch beide Wetten gingen nicht wie erhofft auf. Im ersten Halbjahr 2026 sanken die weltweiten Auslieferungen um 16 Prozent, in China sogar um 32 Prozent. Der Anteil batterieelektrischer Fahrzeuge fiel von 23,5 auf 19,4 Prozent.

Leiters reagiert mit einem Umbau: Porsche reduziert die Komplexität des Modellprogramms, senkt Kosten und will bis 2035 rund 9.000 Stellen abbauen. Beteiligungen wurden verkauft und Projekte außerhalb des Kerngeschäfts beendet. Es geht also nicht nur darum, den Verbrenner zu retten, sondern Porsche wieder profitabler zu machen.
Der neue Macan ist ein wichtiges Signal
Der Benzin-Macan steht sinnbildlich für den Kurswechsel. Der Elektro-Macan sollte den bisherigen Verbrenner ersetzen, nun sollen beide Antriebsarten nebeneinander bestehen. So muss Porsche nicht mehr darauf wetten, wann Kunden zum Elektroauto wechseln.
Diese Doppelstrategie verteuert Entwicklung, Produktion und Logistik. Doch offenbar erscheint Porsche das Risiko größer, Kunden eine einzige Antriebsform vorzuschreiben.



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