Der Große Preis von Großbritannien ist einer der ikonischsten und prestigeträchtigsten GPs im Formel-1-Rennkalender. Auf dem ehemaligen Flugfeld von Silverstone hielt die Königsklasse am 13. Mai 1950 ihr erstes Rennen überhaupt ab. Obwohl die Strecke zwischenzeitlich mit Aintree und Brands Hatch alternierte, gastierte die Königsklasse seitdem 59 weitere Male dort. Motorsport-Magazin hat alle Informationen rund um die Strecke und die wichtigsten Statistiken zusammengetragen.
Die Strecke: Silverstone Circuit
Silverstone ist ein Urgestein der Formel 1. Im Gegensatz zu Strecken wie Spa oder Monaco schafft der Klassiker in Mittelengland aber den Spagat zwischen historischer Bedeutsamkeit und gutem Racing für die moderne Formel 1. Die ohnehin in Großbritannien immer unvorhersehbare Wetterprognose sorgt für ein weiteres Spannungselement.
Die Strecke selbst ist vor allem von Highspeed gekennzeichnet. Dafür steht schon die berühmteste Passage in Form der ultraschnellen S-Kurven von Maggots, Becketts und Chapel. Aber auch Copse oder Abbey punkten mit hohen Geschwindigkeiten. Dazwischen wechselt sich die Strecke mit mehreren Geraden ab, welche die Motorleistung auf die Probe stellen. Vor allem die Hangar Straight und die Wellington Straight eignen sich gut für Überholmanöver oder zur Vorbereitung dieser.
Passenderweise folgen auf diese Geraden kurz später jeweils harte Bremspunkte wie Brooklands oder Vale, und damit gute Ausbremsgelegenheiten. Auch Farm und die darauffolgende Passage bis zur Village-Kurve laden zu Überholversuchen ein. Im Endeffekt sind damit ohnehin schon fast alle Passagen der 5,891-Kilometer langen Rennstrecke abgedeckt. Es spricht immer für die Qualität einer Rennstrecke, wenn fast alle Passagen erwähnenswert sind.
Natürlich entsprach das Layout in Silverstone nicht immer dem heutigen Stand. Bei der Gründung der Strecke nach dem Zweiten Weltkrieg bestand die relativ simple Streckenführung aus den Start- und Landebahnen des Flughafens und bildete abgesehen von einer Ausbuchtung rund um Becketts aus der Vogelperspektive betrachtet ein verbogenes Viereck, in dem sich ziemlich gut das Layout des Flugfeldes widerspiegelte. Geblieben sind die langgezogenen und schnellen 90-Grad-Kurven, auch wenn an deren Radius in allen Fällen nochmal Hand angelegt wurde.
Wie so häufig bei historischen Rennstrecken wurde es im Laufe der Zeit aber notwendig, das geraden- und damit highspeed-lastige 50er-Jahre-Profil etwas zu entschärfen. 1975 bis 1990 geschah das nur in Form einer Schikane rund um Woodcote. Erst in den 90er-Jahren wurde der Grundriss verfeinert und die Maggotts-Becketts-Esses entstanden. Den letzten großen Umbau gab es sogar erst 2010, als die alte Bridge-Gerade entfernt wurde und dafür ein komplett neuer erster Sektor im einstigen Infield entstand.
Großbritannien-GP in Silverstone: Die Statistik
Großbritannien ist einer von nur zwei Grands Prix, der in allen F1-Saisonen Teil des Kalenders war - der andere ist der Italien-GP. Silverstone ist seit 1987 ununterbrochen die Austragungsstätte, während man sich davor mit Aintree und Brands Hatch abgewechselt hatte. Seitdem ein Wechsel nach Donington Park ab 2010 scheiterte, ist aktuell ein anderer Austragungsort für den britischen GP undenkbar.
Das wird Lewis Hamilton freuen. Der Ferrari-Pilot ist mit unfassbaren neun Siegen der Rekord-Gewinner in Silverstone und in Großbritannien. Danach kommt lange nichts, ehe Alain Prost mit fünf Siegen die zweitmeisten Erfolge auf der Strecke aufweisen kann. Von den aktuellen Fahrern können neben Hamilton nur Max Verstappen und Fernando Alonso auf mehr als einen Sieg in Silverstone zurückblicken. Wenig überraschend hält Lewis Hamilton mit sieben Pole Positionen auch den Rekord für die meisten ersten Startplätze und mit 14 Top-3-Ergebnissen auch jenen für die meisten Podien.
| Kategorie | Fahrer und Rekord |
|---|---|
| Rekordsieger: | Lewis Hamilton: 9x (2008, 2014-2017, 2019-2021, 2024) |
| Rekord-Polesetter: | Lewis Hamilton: 7x (2007, 2013, 2015-2018, 2020) |
| Rundenrekord: | 1:27,097 (Max Verstappen, 2020) |
| Quali-Rekord: | 1:24,303 (Lewis Hamilton, 2020) |
| Top-Speed 2025: | 344,1 km/h (Bearman) |



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