Die einzige Trainingsbestzeit am Sprint-Wochenende der Formel 1 in Zandvoort geht an Kimi Antonelli. Der Mercedes-Pilot setzte sich einem packenden Showdown am Ende des Trainings zum Niederlande GP 2026 durch und ließ die Konkurrenz mit 1:12,949 Minuten knapp hinter sich.
Die Bedingungen waren dabei besser als gedacht. Nach stärkerem Regen am Vormittag trocknete die Strecke trotz lediglich 19 Grad dank starkem Wind nach wenigen Minuten ab und bot ausreichend Grip für Trockenreifen. Bis zum Sprint-Qualifying heute um 16:30 drohen allerdings weitere Regenschauer.
Das Ergebnis: Fast alle Piloten trainierten auf den Soft-Reifen für das spätere Sprint-Qualifying. Gut eine Zehntelsekunde war WM-Leader Kimi Antonelli darauf schneller als Weltmeister Lando Norris. Nur wenige Tausendstel dahinter reihte sich George Russell im zweiten Mercedes ein.
Ferrari, auf dem Medium-Reifen noch das Maß der Dinge, musste sich auf den Soft-Pneus mit den Plätzen vier und fünf für Lewis Hamilton und Charles Leclerc zufriedengeben. Das rote Duo befindet sich aber mit zwei, respektive drei Zehntelsekunden noch in Schlagweite. Dahinter klaffte bereits eine deutliche Lücke auf Oscar Piastri im zweiten McLaren.
Stark zeigte sich Audi: Nico Hülkenberg landete auf dem Medium-Reifen auf Rang sieben vor Pierre Gasly auf Soft-Reifen. Komplettiert wurden die Top-10 von Gabriel Bortoleto und Arvid Lindblad, die wie Hülkenberg auf Medium unterwegs waren.
Max Verstappen kam vor heimischem Publikum nicht über Rang elf hinaus. Er war nur zwei Zehntel schneller als Fernando Alonso im Aston Martin dahinter. Liam Lawson landete bei seinem Red-Bull-Comeback als Hadjar-Ersatz auf Rang 14, Yuki Tsunoda bei seinem Formel-1-Comeback auf Platz 17.
Die Zwischenfälle: Carlos Sainz sorgte für die erste Gelb-Phase der Session. Der Williams-Pilot kam in der vorletzten Rechtskurve, die auf die Steilkurve führt, von der Strecke ab und ackerte durch das Kiesbett. Sainz kam ohne Mauerkontakt wieder zurück auf die Strecke, beschädigte sich aber beim Ausritt den Unterboden - weshalb er das Training auf dem letzten Platz beendete.
Später kopierte Max Verstappen den Fehler fast eins zu eins. Der Lokalmatador konnte aber vor dem Erreichen des Kiesbetts die Geschwindigkeit stärker reduzieren, sodass er nicht so weit nach außen getragen wurden. "Das Auto hat plötzlich reichlich Übersteuern, ich weiß nicht warum", beschwerte sich Verstappen am Funk.
Einen kleinen Schreckmoment erlebte auch der WM-Führende. Zur Halbzeit drehte sich Antonelli auf einer langsamen Runde. Beim Rausbeschleunigen auf die Gegengerade brach ihm plötzlich das Heck aus. Der Mercedes-Pilot blieb dabei auf der Strecke und kam mit dem Schrecken davon.
Probleme bereitete den Piloten vor allem die enge Sektion am Ende der Gegengeraden. Lewis Hamilton, Max Verstappen und Fernando Alonso hatten beim Einlenken in die Rechtskurve und beim Umlegen auf die Linkskurve wohl vor allem wegen Rückenwind an dieser Stelle Schwierigkeiten. Verstappen machte das ruppige Runterschalten für seine Probleme dort verantwortlich. "Fast wäre ich deshalb in der Mauer gelandet", schimpfte er.
Schwierigkeiten hatte Verstappen zuletzt auch damit, sich zu Red Bull zu bekennen. Das ist nun Geschichte, er hat seinen Vertrag überraschend sogar noch verlängert. Alle Informationen dazu gibt’s von Christian im Video:
Die Technik: Pünktlich zum Start der zweiten Saisonhälfte gab es einige Updates. Ferrari brachte einen komplett neuen Unterboden samt Anbauteilen, McLaren komplettierte das Ungarn-Paket mit einem neuen Heckflügel und der dazugehörigen Motorabdeckung samt hinterer Bremsbelüftung.
Auch bei Aston Martin wurde das Ungarn-Update komplettiert: Auf Chassis-Seite legte das Team von Adrian Newey am Frontflügel und am Unterboden nach, auf Motorenseite lieferte Honda die sehnlichst erwartete Ausbaustufe, die bereits beim Filmtag vor der Sommerpause ausprobiert wurde. Das größte Update hatte Alpine im Gepäck, allerdings wurde nur ein Paket rechtzeitig fertig. Deshalb kommt in Zandvoort nur Pierre Gasly in den Genuss.



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