Wir wechseln in den Rennticker!

Nur noch eine Stunde bis Rennstart, das heißt es ist höchste Zeit für uns, in den Rennticker zu wechseln. Danke fürs Mitlesen hier und jetzt ab in die finalen Minuten vor dem Rennen und in den ersten Spanien-GP auf dem Madring!

Rote Flagge als Strategie-Option?

Ein weiterer Faktor, der die Strategieentscheidungen beeinflussen könnte, sind rote Flaggen. Nico Hülkenberg bezeichnete den Madring nach dem Qualifying als "Monaco, nur bei konstant 300 km/h". Die Wände sind eng, die Kurven schnell, in den Bremszonen muss gelenkt werden - das ist das perfekte Rezept für blockierende Reifen und daraus resultierende Wandküsse. In den Trainings gab es insgesamt drei rote Flaggen: In FP2 crashte Arvid Lindblad seitlich in Kurve 17, Lewis Hamilton versenkte seine Nase in Kurve 22 und Oliver Bearman schlug heftig zehn ein. Das war aber alles nur Training und nicht Rennen. Wir wissen, dass Runde eins immer ein Chaos ist. Dass wir also eine frühe rote Flagge haben, ist nicht unwahrscheinlich. Verhältnisse wie in Monaco 2024, wo eine Unterbrechung nach Runde 1 zu so gut wie null Boxenstopps und damit auch keinem Platztausch führte, sollten wir dank des hohen Reifenverschleiß aber nicht haben. Schlimm wäre eine rote Flagge in etwa Runde 20, wenn noch niemand gewechselt hat.

Madrid-Boxengasse verhindert Strategie-Varianz

So lustig und mutig eine Sechs-Stopp-Strategie auch wäre, ist sie nicht nur unwahrscheinlich, weil sechs Stopp verrückt sind. Sondern auch, weil die Boxengasse von Einfahrt bis Ausfahrt über 800 Meter lang ist, die Geschwindigkeitsbegrenzung von 80 km/h muss für 500 Meter eingehalten werden. Damit ist sie die längste Boxengasse im Kalender und die Fahrer verlieren bei einer Durchfahrt 25 Sekunden, obwohl man sogar die erste Schikane auslässt. Die Streckenbauer haben sich damit keinen Gefallen getan, meint Lando Norris: "Das verringert den Wunsch, an die Box zu kommen und unterschiedliche Strategien auszuprobieren. Wenn man so viel Geld in den Bau einer neuen Strecke steckt, dann sollte es wahrscheinlich einer der wichtigsten Faktoren sein, eine kurze Boxengasse zu bauen, damit Leute stoppen können und Positionswechsel kreiert werden."

Die Strategie in Mardid

Die Strategie auf dem Madring ist ein Mysterium. Gestern gab Mercedes-Teamchef Toto Wolff noch zu, dass er keine Ahnung habe, was der beste Weg ist. Das könnte natürlich eine Lüge gewesen sein, war es wahrscheinlich auch, aber es ist wahr, dass die Taktik für den Spanien-GP sehr undurchsichtig ist. Bei den heißen Temperaturen auf der Strecke und dem enormen Grip ist auch der Verschleiß der Pneus sehr hoch. Dazu rutschen die Fahrer über den Asphalt, wodurch der Reifen zu körnen beginnt. George Russell scherzte, dass die beste Strategie sechs Reifenwechsel sein könnte. Reifenlieferant Pirelli schätzte nach den ersten zwei Trainings, dass eine Zwei-Stopp-Strategie wohl der ideale Weg sein soll. Nach ihren aktuellsten Berechnungen könnte sowohl eine Ein-Stopp- als auch eine Zwei-Stopp-Strategie funktionieren. Der beste Startreifen ist dafür entweder der Medium oder der Soft, und dann kommt es ganz drauf an, wie lange man den harten Pneu im Fenster halten kann.

Verstappen kritisiert Streckenbauer: Sollten uns vorher fragen!

Diese Kritik kommt vor allem von den Fahrern, besonders von Max Verstappen. Er meinte schon am Freitag, dass er nur mäßig beeindruckt ist vom Layout. Das ist aber vor allem auf seine Abneigung gegen Stadtkurse zurückzuführen. In der gestrigen Pressekonferenz wird er dann noch einmal deutlich, was er sich von den Streckenbauern wünscht: "Bei zukünftigen Streckenentwürfen könnte der Input von Fahrern viel helfen", so der F1-Weltmeister. Er hätte sogar schon einige Ideen für den Madring: "Ich denke, wenn man besseres Racing haben will, dann gibt es einige Kurven, die verändert werden können." Mehr zu seiner Kritik und was Lando Norris sowie Kimi Antonelli dazu sagen, gibt es hier:

Kritik am Madring: Ist Überholen unmöglich?

All die Aufregung und Vorfreude auf die neue Strecke hat aber einen fahlen Beigeschmack. Denn obwohl das extrem hohe Gripniveau alle überraschte, haben sich auch einige Befürchtungen bewahrheitet: Der Madring macht zwar im Qualifying Spaß und ist der ultimative Adrenalin-Kick, aber das Rennen dürfte an Monaco erinnern. Überholen ist auf dem Stadtkurs so gut wie unmöglich. Die Veranstalter sprechen zwar bei mehreren Stellen von Top-Überholmöglichkeiten, doch ein harter Bremspunkt ist nicht das Gleiche wie eine gute Stelle zum Überholen. Erstens muss in den meisten Bremszonen eingelenkt werden, was eine Divebomb von weit hinten unmöglich und zu gefährlich macht. Und zweitens sind die Wände so eng und die Geraden zu kurz, um hier eine Chance zu bieten. Einzig der überraschend hohe Reifenverschleiß könnte zu unterschiedlichen Strategien und vielen Boxenstopps führen, wodurch man Plätze gewinnen kann.

Saisonfinale in Spanien: Formel 3 kürt neuen Champion!

Bevor wir uns jetzt aber voll in die Vorbereitung für das Formel-1-Rennen werfen, möchten wir uns einen Moment für die Formel 3 nehmen. In der Nachwuchsklasse wurde beim heutigen Saisonfinale in Spanien ein neuer Champion gekrönt: Der US-Amerikaner Ugo Ugochukwu hat sich gegen seinen Konkurrenten Freddie Slayter durchgesetzt und sich mit 159 zu 145 Punkten Vorsprung den Titel geschnappt. Sie waren punktegleich in das Sonntagsrennen der Formel 3 gegangen, Ugochukwu kam mit Platz zwei aber Meilen vor Slayter auf P8 über die Ziellinie. Mit dem Sieg tritt der US-Amerikaner in vielversprechende Fußstapfen: Viele aktive F1-Fahrer gewannen die Nachwuchsklasse: Valtteri Bottas (2011), Esteban Ocon (2015), Charles Leclerc (2016), George Russell (2017), Oscar Piastri (2020) und Gabriel Bortoleto (2023).

Die Startaufstellung für den Spanien-GP

Damit ist geklärt, wer aus der ersten Reihe startet - zwei Mercedes-Motoren. Doch der Antrieb aus Brackley ist nicht die dominante Kraft in Spanien. Alle vier Top-Teams sind auf den ersten vier Plätzen vertreten. Hinter Antonelli lauert Max Verstappen auf seine Chance, beim Start zuzuschlagen. Neben ihm reiht sich auf Platz vier Lewis Hamilton ein, der im FP3 mit seinem Einschlag in der letzten Kurve für eine rote Flagge sorgte. Die ganze Startaufstellung könnt ihr hier sehen:

Spanien-GP: Das Wichtigste vom Samstag

Um gut aufs Rennen vorbereitet zu sein, müssen wir zuerst klären, was gestern so alles passiert ist. Lando Norris hat überraschend die Pole Position geholt! Es war wirklich eine Überraschung, denn alle Sessions davor wurden von Mercedes angeführt. Kimi Antonelli unterlag aber nur mit 0,011 Sekunden - und zerstörte damit seinen Teamkollegen George Russell. Der hatte nämlich bis auf seine Bestzeit im FP1 gar kein gutes Madrid-Wochenende. Irgendwie fehlen ihm seit Freitagnachmittag mehrere Zehntel auf seinen WM-Rivalen. Das Wichtigste des gestrigen Tages fasst euch Christian im Video zusammen:
Pole-Sensation! Norris schockt Mercedes, Antonelli watscht Russell wieder ab (09:48 Min.)

Mutkurve 'La Monumental': Wer nimmt sie mit Vollgas?

Die vielleicht markanteste Stelle auf dem neuen Madring ist Kurve 12. "La Monumental" soll an eine Stierkampfarena erinnern. Die 550 Meter lange Steilkurve mit 24 Prozent Steigung zwischen Innen- und Außenlinie ist ein Spektakel. 45.000 Fans werden dort heute auf den Tribünen ihre Lieblingsfahrer anfeuern. Laut den Veranstaltern soll diese fast 360-Grad-Kurve mit Vollgas durchfahren werden können. Doch das ist nicht Realität: Weil sich am Eingang eine Bodenwelle befindet und weil die Fahrer dort Energie tanken müssen, fahren die meisten nicht auf vollem Anschlag durch. Doch zwei sind mutiger als die anderen: Fernando Alonso und Gabriel Bortoleto. Warum sie in "La Monumental" keine Angst zeigen, verraten sie in diesem Artikel:

Formel 1 in Madrid: Nicht das erste Mal

Wer jetzt aber glaubt, dass die Königsklasse noch nie in der spanischen Hauptstadt gastierte, liegt falsch. Bereits zwischen 1968 und 1981 kam die Formel 1 für den Spanien-GP immer wieder in den Norden von Madrid, nach Jarama. Auf dem 3,404 bzw. 3,312 Kilometer langen Circuito del Jarama fanden insgesamt neun Rennen statt, bevor sich die Formel 1 wieder wieder aus Spanien verabschiedete. Mehr zu allen spanischen Strecken gibt es hier:

Erster Spanien-GP auf dem Madring: Die Eckdaten

Heute findet der erste Spanien-GP auf dem Madring statt. Deshalb hier die Eckdaten zum Rennen: Wir werden im heutigen Grand Prix 57 Runden fahren und damit eine Renndistanz von 308,389 Kilometer zurücklegen. Der Madring hat 22 Kurven und zwei Straight-Line-Zonen, einmal auf der 589 Meter langen Start-Ziel-Geraden und einmal auf dem 837 langen Vollgas-Stück zwischen Kurve 3 und 5. Als Reifen stehen der C2 (Hard), C3 (Medium) und der C4 (Soft) zur Auswahl. Von der Pole, die sich auf der rechten Seite befindet, sind es 200 Meter bis zum ersten Bremspunkt. In diesem Video wird eine Runde um den Madring erklärt:

Bienvenido a Madrid!

Hallo und herzlich Willkommen zum Höhepunkt des Formel-1-Wochenendes auf dem Madring! Der erste Spanien-GP auf dem neuen Straßenkurs erwartet uns. Rennstart ist um 15:00 Uhr, davor haben wir noch einiges zu besprechen. Deswegen machen wir nicht lange Faxen und starten direkt rein! Wo ihr das Stadtrennen live im TV oder Stream verfolgen könnt, erfahrt ihr in der unten verlinkten TV-Übersicht. Mehr als das und unseren Liveticker braucht man nicht, um an einem Formel-1-Wochenende glücklich zu sein.