Max Verstappen behält seine Pole Position für den Formel-1-Sprint in Singapur. Der Red-Bull-Fahrer musste am Freitag zunächst um seinen ersten Qualifying-Erfolg auf dem Marina Bay Street Circuit bangen. Nachdem er sich im Kampf um den ersten Startplatz gegen George Russell durchgesetzt hatte, musste er zur Anhörung bei den Stewards antanzen. Im SQ1 hatte er Lewis Hamilton unter Gelb überholt. Die FIA verzichtete jedoch auf eine Strafe gegen den Pole-Setter.

"Max hat mich gerade unter gelber Flagge überholt", hatte Hamilton im SQ1 per Funk sogleich seinem Team gemeldet, nachdem der Niederländer zwischen den Kurven 7 und 8 an ihm vorbeigegangen war. Zu diesem Zeitpunkt herrschten in mehreren Sektoren gelbe Flaggen, nachdem Sergio Perez mit seinem Cadillac verunfallt war und rund um den Kurs die Wrackteile seines Frontflügels verteilt hatte.

Verstappen wurde daraufhin von seinem Renningenieur Gianpiero Lambiase darauf hingewiesen und entgegnete: "Ich denke, ich muss abbrechen. Ich lasse Lewis wieder durch", so der viermalige Champion. "Die Gelbphase war etwas schwierig einzuschätzen. Ich glaube, ich habe ihn vor Gelb überholt, aber ich wollte lieber auf der sicheren Seite sein." Nach der Anhörung bestätigten die Stewards zumindest, dass Verstappen angemessen auf die gelbe Flagge reagiert hatte. Einen Regelverstoß stellten sie dennoch fest, verzichteten unter den gegebenen Umständen aber auf eine Strafe.

FIA verzichtet nach Formel-1-Qualifying in Singapur auf Strafe gegen Max Verstappen

"Als Auto #3 auf einer schnellen Runde Kurve 7 verließ, wurde eine einzelne gelbe Flagge gezeigt. Auto #44 befand sich vor Auto #3 und war zuvor darüber informiert worden, dass sich Auto #3 näherte. Der Fahrer von Auto #44 erklärte, dass er nach dem Verlassen von Kurve 7 verlangsamte und nach rechts fuhr, um sicherzustellen, dass er sich nicht auf der Ideallinie befand. Auto #3 überholte Auto #44 noch vor Kurve 8, während sich beide Fahrzeuge weiterhin im Gelb-Sektor befanden. Auto #3 brach seine schnelle Runde anschließend ab", heißt es im Urteil der Stewards.

Da Hamilton ein Blockieren von Verstappen verhindern wollte und dabei stark verlangsamte, ging dieser trotz Beachtung der gelben Flagge an ihm vorbei: "Innerhalb von etwa 40 Metern nach dem Einfahren in den Gelb-Sektor hatte der Fahrer von Auto #3 das Gaspedal vollständig gelupft. Der Fahrer von Auto #44 bremste zu diesem Zeitpunkt bereits und hatte seine Geschwindigkeit beim Überholvorgang auf weniger als 60 km/h reduziert. Da sich Auto #3 auf einer schnellen Runde befand und beim Herausbeschleunigen aus Kurve 7 noch am Gas gewesen war, während Auto #44 bereits deutlich verlangsamte, war der Geschwindigkeitsunterschied beim Überholvorgang erheblich – obwohl auch der Fahrer von Auto #3 bereits zu bremsen begonnen hatte."

Das sofortige Handeln Verstappens war schlussendlich jedoch ausschlaggebend dafür, eine Strafe zu vermeiden. "Die Stewards waren überzeugt, dass der Fahrer von Auto #3 angemessen auf die gelbe Flagge reagiert hatte, indem er vom Gas ging und seine Geschwindigkeit reduzierte. [...] Der Fahrer von Auto #3 erklärte, dass er sehr stark hätte bremsen müssen, um das Überholmanöver zu vermeiden. Seiner Ansicht nach hätte dies möglicherweise zu einer unsicheren Situation geführt. Die Stewards stellten fest, dass der Fahrer von Auto #3 gegen die Gelbflaggen-Regeln verstoßen hatte, indem er Auto #44 überholte. Sie kamen jedoch zu dem Schluss, dass das Überholmanöver eine unglückliche Folge des erheblichen Geschwindigkeitsunterschieds zwischen den beiden Fahrzeugen war."