Die Formel 1 verlässt Singapur in eine einwöchige Pause nach drei Rennen am Stück. An denen haben Red Bulls Rivalen zu knabbern. Nachdem das Team in Baku sein letztes großes Update für 2026 ans Auto baute, holte Max Verstappen dort erst einen zweiten Platz. In Malaysia und Singapur blieb er dann in Qualifying und Rennen ungeschlagen. Es ist der lang ersehnte Durchbruch.
"Zum ersten Mal hatten wir in diesen drei Rennen die beste Pace", urteilt Teamchef Laurent Mekies. "Und es ist fair zu sagen, dass diese drei Strecken ausreichend unterschiedlich sind, dass man sich denken kann, dass das Auto auf weiteren Strecken ebenfalls wettbewerbsfähig sein sollte. Deshalb denken wir auch, dass das Auto wettbewerbsfähig bleiben sollte."
Original-Red-Bull jagte Max Verstappen richtig Angst ein
Für Verstappen ist das auf jeden Fall ein Verdienst des Baku-Updates: "Das Auto fühlt sich seit Baku viel besser an, die Balance ist besser. Und natürlich, wenn du an ohne große Probleme mit dem Auto an der Spitze kämpfen kannst, verglichen mit Jahresbeginn, wo es an Punkten richtig beängstigend zu fahren war."
"Aber vom ersten Rennen bis jetzt haben wir viele Erfahrungen gesammelt", meint Verstappen. Für ihn ist die 2026er-Wende da nicht mit einem ähnlichen Effekt im Vorjahr zu vergleichen: "Es sind zwei komplett andere Autos, andere Regeln, und komplett andere Probleme beim Finden der Rundenzeit. Und auch mit den Motoren war es für alle zeitweise etwas kompliziert, alles rauszuholen."
2026 hatte Red Bull eine umfangreiche Problemliste abzuarbeiten gehabt. Die Balance des Autos, vor allem in langen Kurven, war durchwegs ein Problem gewesen. Dazu kamen unzählige technische Feinheiten. Frust mit dem Lenksystem auf mechanischer Seite zu Saisonbeginn, mit wirklich beängstigenden Abflügen beim Schließen des Heckflügels im Sommer, mit über das Wochenende mysteriös ihre Performance verlierenden Teilen.
"Wir haben so viel über das Auto gelernt und viele der Schwächen behoben", meint Verstappen. Mekies gratuliert seinem kompletten Technik-Personal, von Chassis-Chef Pierre Wache und Motor-Chef Ben Hodgkinson abwärts: "Alle von uns leisten einen sehr, sehr, sehr, sehr kleinen Beitrag zur Rundenzeit mit ihrer Funktion im Team. Der Fortschritt dieses Jahr hat das sehr gut demonstriert. Wir haben Rundenzeit in einem Umfang freisetzen können, der wahrscheinlich viele Leute überrascht hat, und der Dank dafür gilt jedem Einzelnen im Team."
Max Verstappen nicht mehr im WM-Rennen - für ihn zählen jetzt nur Siege
Mit 119 Punkten Rückstand auf den WM-Führenden Kimi Antonelli sechs Rennen vor Schluss kommt die Wende für 2026 nur etwas zu spät. Verstappens Motivation leidet darunter nicht: "Hoffentlich nehmen wir den Schwung mit. In der Meisterschaft gibt es für mich nicht wirklich was zu gewinnen. Kimi ist meilenweit vor mir, und mir persönlich ist es egal, ob ich Zweiter, Dritter, Vierter werde. Das gibt mir nichts."
"Ich will einfach bis zum Schluss Spaß haben, an jedem Tag auf Erfolge abzielen", meint Verstappen. "Wenn ein paar Siege dazukommen, ist das nett." Seine schonungslose Verteidigung gegen Charles Leclerc am Start von Singapur war schon ein Vorbote von dem, was man sich in den letzten Rennen von 2026 noch von ihm erwarten kann.
Natürlich weiß Red Bull dabei, dass es nicht garantiert ist, in diesen letzten Rennen so stark zu sein wie zuletzt. "Das ist nie gegeben, dafür gibt es dieses Jahr viele Beispiele", mahnt Mekies. Das Baku-Paket war das letzte große Update des Teams für 2026 gewesen. Ferrari und McLaren haben aber noch Teile für die nächsten Wochen angekündigt.
"Also ist jedes Rennen ein Kampf darum, alles rauszuholen", weiß Mekies. Mit dem Baku-Update fühlt sich das Team nun aber endlich in der Lage, das auf jeder Strecke wirklich auch ohne größere Probleme tun zu können: "Wenn wir das schaffen, dann können wir denke ich um den Sieg kämpfen." Verstappen stimmt zu: "Ich will nicht sagen, dass ich mitkämpfe, ehe ich in Austin bin. Ja, die letzten Wochen waren toll, aber ich nehme es Woche für Woche."



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