"Nennt mich Chucky." Zitat Max Verstappen, nachdem er vor einem Jahr von McLaren-Sportchef Zak Brown als nicht totzukriegendes Monster in einem Horrorfilm beschrieben wurde. In der WM wird es 2026 nichts mehr, aber im Fahrer-Ranking von Motorsport-Magazin.com bahnt sich das an, was sich noch in jedem Jahr in diesem Ranking anbahnt. Chucky Verstappen ist und bleibt der beste Fahrer der Formel 1.
Bester Formel-1-Fahrer in Singapur: Max Verstappen läuft zur Hochform auf
Mit einem endlich konkurrenzfähigen Auto ausstaffiert läuft Verstappen seit seinem Crash in Zandvoort gerade zur fahrerischen Hochform auf. Auf einem bereits sehr guten Ranking-Sieg in Malaysia mit einem Schnitt von 1,17 lässt er in Singapur ein perfektes Sprint-Wochenende mit 1,13 folgen. Es ist seine beste Note seit dem USA-GP vor einem Jahr.
Mit dieser Konstanz kann das sonst aktuell niemand im Feld wieder abrufen. In den letzten fünf Rennen ist Verstappen der einzige Fahrer mit einem Notenschnitt unter 2. Genauer gesagt 1,39. Das ist fast eine ganze Note besser als der zweitbeste Fahrer in diesem Zeitraum, Kimi Antonelli. Plötzlich gerät Antonelli auch in der Ranking-Jahreswertung massiv unter Druck. Dessen Führung in der Punktewertung hat Verstappen in kürzester Zeit ausradiert. Beim Jahres-Schnitt steht es nur mehr 1,92 zu 1,97.
Antonellis berechenbare Konservierung seiner echten WM-Führung trägt ihm auch in Singapur Notenabzüge ein. Wieder kein Top-5-Ergebnis für ihn. Andere glänzen. Nico Hülkenberg und Liam Lawson fahren neben Verstappen ebenfalls perfekte Wochenenden. Mit einem Sprint inklusive ist das immer schwierig. Nur diese drei erhalten die glatte Redaktions-Eins. Diese hilft Lawson vorbei an Charles Leclerc, der in der Leserwertung besser abgeschnitten hätte.
| Fahrer | Note | ||
|---|---|---|---|
| 1 | Verstappen | 1,13 | 15. GP unter 1,15 (niemand sonst hat mehr als 5) |
| 2 | Hülkenberg | 1,32 | 3. Ranking-Podest 2026 |
| 3 | Lawson | 1,53 | beste Note seiner Saison |
Schlechtester Formel-1-Fahrer in Singapur: Jetzt steht einer im Rampenlicht
Valtteri Bottas fuhr 2026 bisweilen keine gute Saison. Doch dieser Triple-Header hat ihn äußerst unschön in den Vordergrund gedrängt. In Sepang parkte er den Cadillac im Kies, und in Singapur war er nun wie schon zuletzt in Baku unfassbar weit weg von Teamkollege Sergio Perez. Jetzt schauen immer mehr Leute hin, was Bottas da hinten eigentlich macht, und es ist nicht gut.
Bottas' drei Rennen in Folge über 4,5 kulminieren in einer 4,71 für Singapur. Klar bleibt er hinter Lance Stroll und Alex Albon zurück, die vor allem im Sprint mit ungeschickten Unfällen in der letzten Schikane - im Fall von Albon sogar unter Safety Car - negativ auffielen. Die drei sind die einzigen Fahrer mit Vierer-Schnitten. Ginge es nach der Lesernote, wäre das auch Franco Colapinto passiert, dem für die Redakteure aber die richtig bitteren negativen Ausreißer fehlten.
| Fahrer | Note | ||
|---|---|---|---|
| 20 | Albon | 4,01 | 3. Rennen 2026 über 4 |
| 21 | Stroll | 4,46 | schlechteste Note seit Monaco (4,47) |
| 22 | Bottas | 4,71 | nur 1 Rennen bisher unter 3 (China: 2,85) |
Härtefälle in Singapur: So denken die Formel-1-Redakteure
Christian Menaths positiver Härtefall: Nico Hülkenberg
Unser MSM-Experte hat mir schon erklärt, dass ich die Szene überinterpretiere. Aber ich fand es dennoch bemerkenswert, dass Nico Hülkenberg am Samstagabend ein zweites Mal - freiwillig - bei den Stewards angetanzt ist. Über 250 Rennstarts, mehr als 600 Karriere-Punkte und dennoch kämpft er nach Mitternacht um einen zehnten Startplatz im Stewards-Raum. Respekt. Die Leistungen auf der Strecke waren richtig stark. Trotz Defekt im Training war er im Sprint-Qualifying, im Sprint, im Qualifying und im Rennen immer zur Stelle. Sein Meisterwerk war die Verteidigung gegen Russell.
Christian Menaths negativer Härtefall: Valtteri Bottas
Langsam wird es richtig eng für den Finnen. Nach Baku war das die zweite indiskutable Leistung binnen drei Rennwochenenden. Einen Defekt am Auto gab es nicht, Bottas war einfach nur elendig langsam. Reifenabbau ist die große Schwäche des Cadillacs, gleichzeitig gilt Sergio Perez als Experte in dieser Disziplin. Außerdem ist der Mexikaner ein Spezialist auf den Stadtkursen. Aber so groß darf der Unterschied zwischen zwei Teamkollegen niemals sein. Respekt vor seiner Leistung und seinem Mut, mit dem Rad von Malaysia nach Singapur zu fahren, aber seinen Job auf der Rennstrecke scheint er nicht mehr ganz so ernst zu nehmen.
Florian Niedermairs positiver Härtefall: Max Verstappen
Es ist einfach ein Genuss, diesem Red-Bull-Team rund um Max Verstappen bei der Arbeit zuzusehen, wenn sie ein gutes Auto haben. Und damit meine ich ausdrücklich nicht nur ihn, sondern auch GianPiero Lambiase, die Strategen und Co. Der Einfallsreichtum und die Coolness, wie man mit dem Funkproblem umging. Die makellose Strategie, die gelungenen Boxenstopps und natürlich nicht zuletzt die fast perfekte Vorstellung von Verstappen vom Sprint-Qualifying bis ins Rennen. Mit dem richtigen Maß an Aggression am Start. Da kann sich die Konkurrenz ein paar Scheiben davon abschneiden. Diese umwerfende Ästhetik, mit der Red Bull und Verstappen ein Rennen exerzieren, muss man einfach mal genießen und wertschätzen, bevor es wieder am laufenden Band passiert und sie uns allwöchentliche Langeweile einbringt. Das Risiko dafür sehe ich nämlich nach diesen beiden Aufritten in Malaysia und Singapur.
Florian Niedermairs negativer Härtefall: Lando Norris
Die grandiose erste Saisonhälfte scheint dem amtierenden Formel-1-Weltmeister zu Kopf gestiegen zu sein. Es ist fast als hätte jemand nach Madrid irgendeinen Schalter umgelegt, denn seitdem leistet sich Lando Norris einen Fehltritt nach dem anderen. In Singapur gleich in doppelter Ausführung: Im Rennen schenkte er ungelenk die Chance auf ein Podium her, und bereits am Samstag der Super-Gau im Sprint, als er Oscar Piastri rauskegelt. Diese unnötige Aktion geht für mich größtenteils auf die Kappe des Briten - und das gegen den eigenen Teamkollegen. Immerhin hat er es mit einem Tag Verspätung doch noch eingesehen…
Markus Steinrissers positiver Härtefall: Liam Lawson
Wie Kollege Niedermair schon in unserem Singapur-Talk-Video (zeitnah auch auf unserem YouTube-Talk-Kanal) festgestellt hat, war das ein bemerkenswert ruhiges Formel-1-Wochenende von Liam Lawson. So ruhig kennen wir ihn gar nicht. Ist das ein neuer Lawson? Nicht, dass er nicht schon einige gute Leistungen dieses Jahr gezeigt hätte, aber hat er je ein Wochenende derartig kontrolliert durchgezogen wie hier in Singapur? Er konnte sich zwar vom Rest des Mittelfeldes nie absetzen, aber er hatte zugleich immer alles im Griff.
Markus Steinrissers negativer Härtefall: Alex Albon
Ich verstehe den Freispruch der Stewards für Alex Albon für den Auffahrunfall beim Restart im Sprint ehrlich gesagt nicht ganz. Ultimativ ist er wegen Albons Handeln entstanden. Er ließ Platz, zog an, fuhr jemand anderem rein. Die hinter ihm fuhren dann ihm rein, weil sie sich von ihm in die Falle hatten locken lassen. Es ist der negative Aufhänger an einem sonst schon schwachen Wochenende, an dem er ab Samstag auch deutlich hinter Carlos Sainz zurücklag.
Alle Noten der F1-Redakteure zur Formel 1 in Singapur
| P. | Fahrer | Menath | Niedermair | Steinrisser |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Verstappen | 1 | 1 | 1 |
| 2 | Leclerc | 1 | 2 | 2 |
| 3 | Antonelli | 2 | 2 | 2 |
| 4 | Norris | 4 | 4 | 4 |
| 5 | Piastri | 3 | 3 | 3 |
| 6 | Hamilton | 4 | 4 | 3 |
| 7 | Lawson | 1 | 1 | 1 |
| 8 | Hülkenberg | 1 | 1 | 1 |
| 9 | Russell | 3 | 4 | 3 |
| 10 | Hadjar | 3 | 3 | 3 |
| 11 | Gasly | 3 | 2 | 3 |
| 12 | Bearman | 2 | 1 | 1 |
| 13 | Ocon | 4 | 3 | 3 |
| 14 | Sainz | 2 | 2 | 2 |
| 15 | Lindblad | 4 | 4 | 4 |
| 16 | Alonso | 2 | 1 | 2 |
| 17 | Perez | 1 | 2 | 2 |
| 18 | Albon | 4 | 4 | 4 |
| 19 | Bottas | 5 | 5 | 5 |
| 20 | Stroll | 4 | 5 | 4 |
| 21 | Colapinto | 4 | 3 | 3 |
| 22 | Bortoleto | 4 | 4 | 3 |
| Rennen | 3 | 3 | 4 |
Wie gut war das Rennen der Formel 1 in Singapur?
Es hätte schlimmer sein können. Mit gigantischem Reifendelta konnte man in Singapur 2026 sogar überholen! Bedanken wir uns bei Lewis Hamilton, der draußenblieb, während seine Ferrari-Box ihn zum Stopp rufen wollte, was uns am Ende noch etwas Action bescherte. So klammert sich das Rennen mit 3,18 am Ende des Blocks der durchschnittlichen F1-Rennen fest. Und muss nicht in die Madrid-Klasse (4,61).
- Lesernote Rennen: 3,03
- MSM-Note Rennen: 3,33
- Gesamtnote Rennen: 3,18
Bester F1-Fahrer 2026: Die Jahreswertung im MSM-Ranking
Wir haben es bereits angesprochen. Max Verstappen über ein Jahr hinweg im Fahrer-Ranking zu schlagen, ist eine Mammutaufgabe. Nur einmal schaffte es Lewis Hamilton seit der Einführung des Ranking-Systems, und auch nur in der Notenwertung. Nach Punkten warten wir seit 2019 vergeblich auf einen anderen Sieger. Und gut möglich, dass wir weiter warten, so wie wir Verstappen kennen.
So funktioniert das MSM-Fahrerranking
Langjährige MSM-Leser kennen das Ranking bereits, das inzwischen bewährte System der Vorjahre geht 2026 bereits in sein achtes Jahr. Direkt nach dem Zieleinlauf jedes Grand Prix rufen wir euch in unserem Formel-1-Liveticker zum Rennen und hier im Artikel zur Benotung aller 20 Piloten auf. Bis zum nächsten Mittag (bei abendlichen Übersee-Rennen auch länger) könnt ihr bewerten, was das Zeug hält.
Aus dem Mittelwert eurer Noten ergibt sich für jeden Fahrer eine Lesernote. Parallel zu euch benoten auch wir, die MSM-F1-Crew rund um Christian Menath, Florian Niedermair und Markus Steinrisser, ebenfalls die Leistungen aller Fahrer an dem betreffenden Wochenende. Auch aus unseren Urteilen bilden wir einen Mittelwert - die MSM-Note. Die Gesamtnote entsteht im letzten Schritt durch den Mittelwert aus User- und MSM-Note zu gleichen Teilen. Bei Gleichstand im finalen Ranking entscheidet die beste Einzelnote.
Als kleines Extra liefert jeder Redakteur seine persönlichen Härtefälle des Wochenendes, indem er wählt und erklärt, welcher Fahrer ihm besonders aufgefallen ist. Einmal im positiven und einmal im negativen Sinn. Online geht das Gesamtergebnis immer um 18:00 Uhr am Tag nach dem Rennen.

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