Max Verstappen hat sich nach dem Rennen der GT World Challenge in Portimao schützend vor seinen jungen Teamkollegen Chris Lulham gestellt. Der vierfache Formel-1-Weltmeister wehrte sich gegen Anfeindungen in den sozialen Medien, die dem Briten nach seiner Kollision samt nachfolgender Durchfahrtstrafe entgegenschlugen.
"Ein aufregendes Wochenende", ließ Verstappen via Social Media am Sonntag nach dem 3-Stunden-Rennen mitteilen. "Ich habe mich sehr gefreut, mit unserem GT3-Auto in Portimao an den Start zu gehen. Es gab einige Höhen und Tiefen, aber wir haben als Team viel dazugelernt."
Und weiter: "Ich habe außerdem das Gefühl, dass ich mich zu dem Hass und den Anfeindungen äußern muss, denen Chris nach dem Rennen ausgesetzt war. Jeder kann seine eigene Meinung darüber haben, was auf der Strecke passiert ist, aber solche persönlichen Angriffe sind absolut inakzeptabel. Chris hat einen wirklich starken Stint gefahren, und Fehler können nun einmal passieren."
Max Verstappen: "Kein Platz für solche Anfeindungen"
Für solche Anfeindungen sei "in unserem Sport - und auch anderswo - kein Platz", schloss Verstappen sein Statement. Der Auslöser für die vom F1-Star angesprochenen Hasstiraden im Internet war eine Kollision zwischen Lulhams #3 Mercedes-AMG GT3 und Markenkollege Luca Stolz in der 57. Runde, 1:11 Stunden vor dem Rennende.
Der 23-Jährige griff Stolz' #48 Winward-Mercedes nach dem Re-Start einer Safety-Car-Phase ungestüm auf der Innenbahn an, traf die gelbe "Mamba" an der rechten, hinteren Fahrzeugseite und führte Stolz in einen unkontrollierten Dreher. Lulham konnte die Fahrt fortsetzen, fiel aber um einen Platz auf P6 zurück und kassierte wenig später eine Durchfahrtstrafe von Renndirektor Niels Wittich.
Lulham entschuldigt sich bei Unfall-Gegner
"Es tut mir leid für sie, und wie es ihr Rennen beeinflusst hat", entschuldigte sich Lulham auf Social Media für die Kollision. Verstappen hatte den Überholversuch seines Kumpels schon kurz nach dem Rennen als "optimistisch" und die nachfolgende Strafe als "berechtigt" bezeichnet.
Stolz, Maro Engel und Lucas Auer beendeten das Rennen auf dem 14. Platz, standen allerdings schon vorher als Champions des Endurance-Cup fest. Die DTM-Piloten Engel und Auer gewannen zudem die Overall-Wertung in der GT World Challenge. "Das Finale hat wieder gezeigt, wie schnell sich im Motorsport alles ändern kann", sagte DTM-Vizemeister Engel. "Aber auch wenn es heute für uns nicht zu mehr gereicht hat, können wir sehr stolz auf die anderen Rennen in dieser Saison zurückblicken."
Lulham setzt von Barnicoat begonnene Aufholjagd fort
Lulham, der 2025 nach einigen Jahren im Sim-Racing seine ersten realen GT3-Rennen bestritt und von Kumpel Verstappen unterstützt wird, hatte den #3 Mercedes nach der 37. Runde von Startfahrer Ben Barnicaot übernommen. Der Brite war nach einem verpatzten Qualifying nur von P13 gestartet, hatte sich aber bis auf den achten Platz nach vorne gekämpft.
Lulham knüpfte nach dem Fahrerwechsel zunächst an die Leistung eines britischen Teamkollegen an: Eine Position gewann er in der Box, eine weitere wenig später durch ein Überholmanöver gegen den HRT-Ford-Mustang von Thomas Drouet. Das Feld sortierte sich in den folgenden Runden, bis eine Kollision zweier Porsche in Runde 51 zunächst eine Full Course Yellow und im Anschluss eine Safety-Car-Phase auslöste.
Verstappens Überhol-Show: 15 Platzgewinne in 45 Minuten
Nach dem Re-Start und der Mercedes-Kollision, trat Lulham die Durchfahrtstrafe auf P6 liegend in der 66. Runde an und fiel bis auf Platz 16 zurück. Die #3 Mercedes-Crew verlängerte Lulhams Stint, wodurch er auf den zweiten Rang nach vorne gespült wurde, während andere Fahrer ihre letzten Boxenstopps absolvierten. Lulham bog schließlich zur 70. Runde in die Boxengasse ab und übergab das Auto an Schlussfahrer Verstappen.
Der Niederländer kehrte bei einer Restzeit von 45 Minuten als 24. zurück auf die Strecke und brannte ein wahres Überhol-Feuerwerk ab: 15 Positionsgewinne, nicht zuletzt begünstigt durch ein weiteres Safety Car und den im Rennen schnellen Mercedes-AMG GT3. Verstappen arbeitete sich bis drei Runden vor Schluss auf die neunte Position nach vorne, als seine Aufholjagd hinter dem Mercedes von Rennfahrersohn Aurelien Panis endete.
Verstappen erzielte die zehntschnellste Rundenzeit im Rennen. Die Bestzeit ging auf das Konto des starken McLaren-Piloten Joseph Loake, der in 1:43.817 Minuten (Runde 37) als Einziger die 1:44er-Marke knackte. In den Top-10 der schnellsten Rundenzeiten tummelten sich sechs Mercedes-Piloten, dazu die beiden Porsche, die die Plätze zwei und drei hinter dem siegreichen AMG-Trio Maximilian Götz/Ralf Aron/Fabian Schiller belegten.
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