Die höchst unterhaltsamen MotoGP-Rennen in Assen musste Fermin Aldeguer nach seinem heftigen Sturz im Training am Freitagnachmittag aus der Zuschauerrolle verfolgen. Ein Bruch des mittleren Brustwirbels T7 hinderte ihn am Motorradfahren - und das wird sich auch kommende Woche am Sachsenring (10. bis 12. Juli) noch nicht ändern.

"Ich muss es jetzt erstmal ruhig angehen lassen", verkündete Aldeguer am Sonntag im Gespräch mit den spanischen Kollegen von 'DAZN'. Ein Start beim Deutschland-GP käme folglich zu früh: "Ich werde erst zurückkommen, wenn die Ärzte es mir empfehlen. Es gibt keine Deadline, aber ich werde wohl mindestens vier Wochen aussetzen müssen. Wir werden das also mit der Sommerpause kombinieren und erst danach zurückkehren."

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Glück im Unglück für Fermin Aldeguer: "Froh, dass nichts Schlimmeres passiert ist"

Vermutlich werden wir Aldeguer also erst beim Großbritannien-GP in Silverstone (7. bis 9. August) wieder auf seiner Gresini-Ducati sehen, vielleicht aber auch erst beim Heimrennen im Motorland von Aragon (28. bis 30. August). Nach dem Oberschenkelbruch im Wintertraining gewiss der nächste große Rückschlag für die Nummer 54 in der laufenden Saison, aber es gibt zumindest auch eine positive Erkenntnisse. "Die zusätzliche Erholungszeit wird meinem Bein sicher auch guttun", scherzte Aldeguer.

Bei nüchterner Betrachtung hatte der letztjährige MotoGP-Rookie der Saison aber wohl auch Glück, sich nicht noch schwerer verletzt zu haben. "Ich hatte eigentlich alles unter Kontrolle und es sah so aus, als würde ich einfach nur ins Kiesbett rutschen. Im Kies selbst habe ich dann aber begonnen, mich zu überschlagen", erinnerte sich Aldeguer an die Momente des Sturzes im Training am Freitag. "Ich bin dann mehrfach mit dem Nacken und Rücken aufgeschlagen. Dadurch ist auch die Verletzung zustande gekommen. Wenn ich jetzt die Bilder sehe, bin ich dankbar, dass nichts Schlimmeres passiert ist."

Wie er sich aktuell fühle? "Nun ja. In Anbetracht dessen, was alles hätte sein können, geht es mir ganz okay. Der Schmerz ist unter Kontrolle", ließ Aldeguer abschließend wissen. "Ich bin etwas steif, aber das ist normal. Meine Muskeln weisen alle ein paar Prellungen auf und der [gebrochene, Anm.] Wirbel schränkt meine Bewegungsfreiheit ein."

Iker Lecuona kann nicht: Michele Pirro vermutlich Aldeguer-Ersatz am Sachsenring

Weil Aldeguers Verletzung am Sachsenring mehr als zehn Tage zurückliegen wird, muss Gresini laut MotoGP-Reglement einen Ersatz für den 21-Jährigen aufbieten. Hier würde sich nach seinen starken Leistungen am Balaton Park eigentlich Iker Lecuona anbieten, doch der Landsmann Aldeguers ist am übernächsten Wochenende leider selbst mit der Superbike-WM im Donington Park im Einsatz. Somit wird Gresini am Sachsenring vermutlich wieder auf die Dienste von Ducati-Testfahrer Michele Pirro zurückgreifen müssen. Der Routinier ersetzte Aldeguer beispielsweise auch schon beim Saisonstart in Buriram.

Glück im Unglück hatte am Sonntag auch Marco Bezzecchi. Der Aprilia-Pilot flog in Kurve 15 mit Highspeed ab und musste anschließend ins Krankenhaus. Dort folgte am Abend jedoch die Entwarnung. Hier gibt's alle Infos: