Die Befürchtungen haben sich bestätigt. Nach bockstarken Auftritten am Balaton Park und in Brünn mit drei Siegen aus vier Rennen spielte Marc Marquez beim MotoGP-Rennwochenende in Assen keine Rolle im Kampf um den Sieg oder das Podium. Am Sonntag reichte es aufgrund einer nachträglichen Tracklimits-Strafe sogar nur zu Platz sieben, seinem - gemeinsam mit Mugello - schwächsten Grand-Prix-Resultat der laufenden Saison. Wirklich enttäuscht zeigte sich Marquez deshalb aber nicht, denn das Ziel war ohnehin ein ganz anderes.
Marc Marquez entkommt Assen verletzungsfrei: "Das war mein Hauptziel"
"Ich wusste, dass mein Platz irgendwo zwischen sechs und acht sein würde", gab der MotoGP-Superstar in seiner Rennanalyse an und haderte daraufhin kurzzeitig mit dem Fakt, hinter Bruder Alex und Tech3-Pilot Enea Bastianini gewertet worden zu sein. "Platz fünf wäre heute maximal möglich gewesen, aber ich wurde nur Siebter", kritisierte er sich selbst, fügte aber gleich im nachfolgenden Satz an: "Das Gute ist, dass ich Holland ohne Verletzungen entkommen bin. Das war mein Hauptziel." Mehr dazu auch in unserem neusten Video:
Eine weitere, potenziell schwere Verletzung hätte Marquez' gerade erst wieder aufgekommenen Titelträume jedenfalls schon wieder beenden können. Glücklicherweise blieb er bei seinem einzigen Sturz im FP1 am Freitag in der Schlussschikane aber unverletzt und kann in zwei Wochen am geliebten Sachsenring (10. bis 12. Juli) deshalb wieder angreifen.
Dass dies nicht selbstverständlich war, zeigten einige andere Vorfälle während des Rennwochenendes in Assen. Schon am Freitag stürzten die Gresini-Piloten Alex Marquez und Fermin Aldeguer heftig. Während Ersterer mit heftigen Schürfwunden davonkam, brach sich Letzterer einen Brustwirbel und kann jetzt frühstens nach der Sommerpause in Silverstone wieder eingreifen. Am Sonntag hatte dann auch Marco Bezzecchi großes Glück, sich bei einem Abflug mit rund 190 km/h nicht schwerer verletzt zu haben.
Marc Marquez kritisiert MotoGP-Strecke in Assen: Kies zu gefährlich!
"Assen ist eine tolle Strecke, aber sie müssen hier wirklich etwas an den Auslaufzonen verändern. Das habe ich letztes Jahr schon gesagt und das sage ich jetzt wieder", übte Marc Marquez deshalb deutliche Kritik am TT Circuit in den Niederlanden. "Jeder Fahrer, der hier mit hoher Geschwindigkeit im Kiesbett landet, beginnt zu fliegen", führte er aus. "Am Freitag hat sich Fermin bei einem normalen Sturz deswegen verletzt und am Sonntag hat Bezzecchi begonnen, sich mehrfach zu überschlagen, nachdem er das Kies berührt hatte. Da müssen sie dringend eine Lösung finden."

Vor zwölf Monaten hatte es Marquez auch selbst zweimal erwischt, zunächst in Kuve 15 und dann in Kurve 7. Der amtierende Weltmeister weiß also, wovon er redet und vielleicht werden seine Forderungen zur Saison 2027 dann auch endlich erhört. Für den Moment geht der Fokus jetzt aber zum Deutschland-GP. "Wir sehen, was ich dort ausrichten kann", ließ sich Marquez am Sonntag keine Kampfansage entlocken. Auch mit Blick auf die dominante Ungarn-Vorstellung - einer dem Sachsenring sehr ähnlichen Strecke - wäre alles andere als das Punktemaximum von 37 Zählern aber natürlich eine herbe Enttäuschung. Das weiß der Ducati-Pilot wohl auch selbst und gab zum Abschluss dann zumindest noch zu: "Ich erwarte schon, dass ich mich dort besser fühlen werde als hier."
Mit Siegen könnte Marc Marquez im WM-Kampf jedenfalls ordentlich Dampf machen. Aktuell scheinen bis zu acht Fahrer im Rennen um den Titel zu sein. Tobias bringt euch auf den aktuellen Stand:



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