Ende Januar hatte Fabio Quartararo für den ersten Knall auf dem MotoGP-Fahrermarkt gesorgt. Fast ein halbes Jahr später wurde sein Wechsel zu Honda nun endlich offiziell bestätigt. 'El Diablo' verlässt Yamaha mit Saisonende und schließt sich ab 2027 ausgerechnet dem japanischen Erzrivalen aus Asaka an. Bei HRC unterzeichnete der MotoGP-Weltmeister von 2021 einen Vertrag über zwei Jahre bis Ende 2028.

Dank Fabio Quartararo: Honda hat wieder einen MotoGP-Topfahrer

Sein Debüt auf der Honda wird Quartararo zum Ende des aktuellen Jahres im Valencia-Test geben, zuvor muss er aus vertraglichen Gründen beim nächsten 850er-Test am Red Bull Ring (21. September) noch zuschauen. In Valencia wird seine erste Ausfahrt mit der RC124V daher umso gespannter erwartet werden. Denn mit dem Franzosen hat Honda endlich wieder einen absoluten Starpiloten in den eigenen Reihen. Joan Mir und Luca Marini konnten diese Rolle seit dem Abgang von Marc Marquez Ende 2023 nicht ausfüllen und nur selten mit Spitzenergebnissen überzeugen.

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Noch unklar ist dagegen, wer 2027 an der Seite Quartararos fahren wird. Zwar bestätigte HRC am Dienstagvormittag auch schon die Verpflichtung von Moto2-Toptalent David Alonso, ließ aber noch offen, in welchem Honda-Team er im kommenden Jahr fahren wird. Der Kolumbianer kämpft mit LCR-Pilot Diogo Moreira um den zweiten Platz im Werksteam. Mehr dazu hier.

Fabio Quartararo und Yamaha: Hoch geflogen, tief gestürzt

Doch zurück zu Quartararo: Er war 2019 mit dem damaligen Yamaha-Kundenteam Petronas SRT in die MotoGP aufgestiegen und etablierte sich schnell als einer der Spitzenfahrer im Feld. Zur Saison 2021 beförderte ihn Yamaha nur folgerichtig als Nachfolger von Valentino Rossi ins Werksteam und gemeinsam stürmte man gleich im ersten Jahr der Partnerschaft zum WM-Titel. Vermeintlich der Beginn einer goldenen Ära, tatsächlich aber schon das Höchste der Gefühle.

Fabio Quartararo bejubelt seinen WM-Gewinn im Jahr 2021, Foto: IMAGO / ZUMA Press
Fabio Quartararo bejubelt seinen WM-Gewinn im Jahr 2021, Foto: IMAGO / ZUMA Press

Denn 2022 schien Quartararo zur Saisonhalbzeit zwar komfortabel auf dem Weg zur erfolgreichen Titelverteidigung, doch dann wurde er Zeuge der bislang größten Aufholjagd der WM-Geschichte. Yamaha verlor im technischen Wettrüsten mit der europäischen Konkurrenz völlig den Anschluss und Quartararo musste chancenlos mitansehen, wie Francesco Bagnaia in der zweiten Jahreshälfte 2022 von Sieg zu Sieg stürmte und ihm die Weltmeisterschaft in einem packenden Finale in Valencia doch noch entriss. Der Anfang vom Ende.

2023 und 2024 wurden die Ergebnisse von 'El Diablo' und der restlichen Yamahas immer schlechter, 2024 war nicht ein einziges Podium drin. Umso überraschender daher, dass Quartararo seinen Vertrag mit dem Hersteller aus Iwata trotzdem nochmal um zwei Jahre bis Ende 2026 verlängerte. Eine dicke Gehaltserhöhung und diverse Versprechungen der Führungsebene hatten ihn vom Verbleib überzeugen können. Und tatsächlich lieferte Yamaha auch, holte mit Max Bartolini einen langjährigen Ducati-Mann als neuen Technikdirektor und begann im Herbst 2024 mit der Entwicklung eines V4-Motorrads, doch die Resultate blieben (vorerst) aus.

2025 gelang zwar ein kleiner Aufwärtstrend - Quartararo holte immerhin fünf Pole Positions und drei Podestplätze - aber speziell die ersten Eindrücke vom neuen V4-Motorrad bei den Tests in Misano und Valencia waren nicht gut genug, um ihn von einer erneuten Vertragsverlängerung zu überzeugen. "Ich möchte jetzt ein siegfähiges Motorrad", hatte 'El Diablo' schon im letzten Oktober verkündet. Offenbar kam er über den Winter 2025/26 zur Erkenntnis, dass ihm Yamaha ein solches auch in den Saisons 2027 und 2028 nicht liefern können wird. Er entschied sich zum Neuanfang, unterzeichnete bei Honda. In wenigen Monaten endet seine Zeit in Blau also nach sechs Jahren, in denen acht Siege, 18 Podien und ein WM-Titel heraussprangen.

Einen Nachfolger hat Yamaha derweil schon parat, Jorge Martin kommt von Aprilia. Es war die zweite Hammermeldung der Saison 2026. Alle Infos dazu findet ihr hier: