Die Welt der sogenannten 'Sozialen Medien' hat ihre klaren Schattenseiten, auch für MotoGP-Fahrer. Alex Rins erlebte dies beim Indonesien GP. Ein etwas kurioser Vorfall mit einem Marshal und die darauffolgende emotionale Geste aus der Situation heraus sorgten für vollkommen inakzeptable Reaktionen im Netz.

Sturz im MotoGP-Training: Alex Rins erlebt verwirrende Marshals

Der Auslöser ereignete sich zum Ende des Freitagstrainings in Mandalika. Im Internet kursierten plötzlich Bilder und Videos wie Alex Rins einem Marshal auf einer Service Road den Mittelfinger zeigte. Am Samstag nahm Rins dann in einem Statement auf X (ehemals Twitter) Stellung und entschuldigte sich für sein Verhalten. Gegenüber den Medien erklärte er dann am Samstag auch den Hergang.

"Das war sehr merkwürdig. Ich stürzte in der Schlusskurve. Es waren dort zwei oder drei Marshals, die standen mit Scootern bereit. Die stritten sich darum, mit wem ich mitfahren sollte. Der eine 'komm mit mir', der andere 'komm mit mir'. Also bin ich dann auf eines der Bikes gesprungen. Der hat mich dann zu Start-Ziel gefahren, aber mich einfach dort stehengelassen", begann Rins seine Ausführungen. Der Spanier befand sich dann aber immer noch auf der verkehrten Seite der Geraden, und konnte nicht zur Yamaha-Garage zurückzukehren.

Mittelfinger aus Frustration: Stewards verzeihen Alex Rins Fehlverhalten

Weiter wollte der Marshal aber einfach nicht fahren. "Ich habe ihm gesagt, dass ich zurück zur Box muss. Er sagte mir, dass ich ins Auto steigen soll. Ich machte im klar: 'Nein, du musst mich zur Box bringen.' Da waren dann auch zwei weitere Marshals, die ihm sagten, mich zur Box zu fahren. Aber er weigerte sich. Nach diesem heiklen Moment habe ich ihm dann den [Mittel-]Finger gezeigt. Ich habe mich später dafür entschuldigt", erklärte Rins.

Alex Rins wollte nur zurück zur Box, Foto: Yamaha Motor Racing Sri / Studio Milagro
Alex Rins wollte nur zurück zur Box, Foto: Yamaha Motor Racing Sri / Studio Milagro

Warum der Marshal nicht weiterfuhr, kann sich der Yamaha-Fahrer nicht erklären: "Aus irgendeinem Grund wollte er nicht durch den Tunnel zur Box fahren. Ich weiß es nicht, vielleicht meinte er, dass er seinen Job so machen muss. Aber das ist das erste Mal, dass mich ein Marshal nicht zurück zur Box gefahren hat." Eine Sanktion für Rins' vulgäre Geste seitens der MotoGP gab es nicht. "Auch die Stewards waren davon überrascht", berichtete er davon, dass Simon Crafar und sein Team das Verhalten des Marshals ebenfalls nicht nachvollziehen konnten. Der Mittelfinger wurde als Reaktion in der Hitze des Gefechts verziehen, zumal Rins sofort Einsicht zeigte und sich entschuldigte.

Niemals akzeptabel! Alex Rins macht Morddrohungen gegen ihn öffentlich

Diese Entschuldigung nahmen allerdings einige 'Fans' auf den Plattformen im Internet nicht an, ganz im Gegenteil. Bei seinem Post auf X prangerte Rins vollkommen inakzeptable Nachrichten an ihn an: "Ich habe auch einige sehr heftige Kommentare erhalten, darunter auch solche, in denen von Tod und Gewalt die Rede war. Ich verstehe, warum meine Reaktion bei manchen Menschen Unmut ausgelöst hat, aber Drohungen und Beleidigungen sollten niemals akzeptabel sein. Wir alle können Fehler machen, und ich übernehme die Verantwortung für meine."

Nachdem diese Geschichte die Runde machte, wurde Rins am Rennsonntag zu den Morddrohungen befragt. Er wollte aber nicht mehr weiter auf die Thematik eingehen und einen Schlussstrich ziehen: "Ich habe nichts mehr zu sagen und mich auch bereits entschuldigt. Ich hoffe auch, dass sich der Marshal noch entschuldigen wird. Ich will aber keine Zeit mehr darauf verschwenden, das ist alles."

Leider sind solche Äußerungen aus dem Netz im Motorsport kein Einzelfall. Auch Formel-1-Weltmeister Lando Norris berichtete von Morddrohungen gegen ihn: