Mercedes war in der Formel-1-Saison 2026 bisher im Qualifying ungeschlagen. Bisher… Denn in Ungarn riss der Lauf der Silberpfeile, und anstelle von Andrea Kimi Antonelli oder George Russell waren es Lando Norris und die beiden Ferraris, die die Pole unter sich ausmachten. Antonelli gelang dabei noch etwas Schadensbegrenzung mit P4. Seine Perspektive zum schwachen Mercedes-Qualifying findet ihr hier:
George Russell bekommt nach Wasserleck neuen Formel-1-Motor
Bei Russell ging die Qualifikation aber komplett daneben. Der Mercedes-Pilot war zu keinem Zeitpunkt auf Augenhöhe mit seinem Teamkollegen und reihte sich am Ende fast drei Zehntel hinter diesem ein. Platz 7 lautete das Endergebnis. Dazu kam, dass er anschließend auch noch seinen Mercedes aufgrund eines Wasserlecks abstellen musste.
Ein Leck mit Folgen, wenn auch nicht für den Ungarn-GP. Denn sein Team wechselte anschließend den Motor und baut die bereits vierte Power Unit der Saison ein. Strafe gibt es dafür aber keine, da vier erlaubt sind und ein Wechsel einer beschädigten Komponente auch unter Parc Ferme straffrei möglich ist.
Die Ursache für das Wasserleck benennt George Russell so: "Ich habe einen Schlag in Kurve 4 erwischt. Bis dahin fühlte sich das Auto auf der Runde gut an, dann plötzlich nicht mehr." Danach habe ihn bereits das Leck gebremst. "Das Team sagte mir, dass Wasser über meine Reifen rann. Sobald wir das Wasserleck in den Daten sahen, ging meine Reifentemperatur nach unten." Die Runde konnte Russell aber ohnehin nicht zu Ende bringen, da er in der letzten Kurve noch die Gelbphase von Max Verstappen erwischte und deshalb langsam machen musste.
Eine Chance auf die ersten drei Startplätze hatte er sich ohnehin nicht ausgerechnet, aber "wenigstens ein paar Positionen weiter vorne wäre drin gewesen", glaubt Russell. Eine optimistische Ansage. Denn Fakt ist, dass Russell bis zum Ende von Sektor 1 (Kurve 4 ist bereits in Sektor 2) schon über eine Zehntelsekunde hinter seiner persönlichen Bestzeit lag. Es lässt sich also nur mutmaßen, ob er dieses Defizit noch in eine Zeitverbesserung hätte umwandeln können.
George Russell hofft auf Mercedes-Rennpace
Komplett abschreiben will Russell den Ungarn-GP trotz der schlechtesten Startposition in der bisherigen Formel-1-Saison noch nicht. Hoffnung machen ihm die Freitags-Trainings. "Unsere Feststellung nach FP2 war, dass wir sieben Zehntel im Qualifying hinten sein würden und die schnellste Rennpace haben", so seine Hoffnung.
Diese Annahme deckt sich auch mit den Daten aus unserer Trainingsanalyse. Dort führt Russell mit seinem Longrun auf dem Medium nur deshalb die Tabelle der Durchschnittszeiten nicht an, da sein Stint deutlich länger war und mit älteren Reifen gefahren wurde als jener von Max Verstappen. Teamkollege Antonelli fuhr gleichzeitig den schnellsten Soft-Longrun. Hier findet ihr die komplette Trainingsanalyse:
Wie viel die Longrun-Zeiten auf dem Hungaroring tatsächlich bedeuten, ist keine so einfach zu beantwortende Frage. Denn das 'Monaco ohne Mauern' wie die Rennstrecke in Mogyorod genannt wird, ist einer der überholfeindlichsten Kurse im Formel-1-Kalender. Andererseits auch einer, auf dem im Gegensatz zum echten Monaco der Reifenverschleiß signifikant ist und strategisch sowohl eine 1-Stopp- als auch eine 2-Stopp-Strategie möglich erscheinen.
"Ich schätze, morgen wird sich zeigen, ob wir die richtige Balance zwischen der Reifentemperatur für das Qualifying und für das Rennen hinbekommen haben. Aber von P7 startend wird es schwierig", ist sich Russell bewusst.



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