Die zweite Hälfte der Formel-1-Saison 2026 steht ganz im Zeichen des Aufschwungs von Red Bull. Der Mann an der Spitze davon wird dafür jetzt belohnt. Der Konzern stattet Teamchef Laurent Mekies mit einer mehrjährigen Vertragsverlängerung aus. Damit sind Fahrer und Management nach dem Drama des letzten Jahres wieder stabilisiert.
Bis 2031 wird Mekies' Vertrag verlängert, verkündet das Team am Abend des 14. Oktobers. Davor hatte man im Hauptquartier in Milton Keynes die zwei ersten Siege des Jahres gefeiert, die zugleich auch die zwei ersten Siege der ersten selbst gebauten Power Unit gewesen waren. Die Anteilseigner Mark Mateschitz und Chalerm Yoovidhya wollen mit der Verlängerung ihr volles Vertrauen in Mekies und seine langfristige Vision unterstreichen.
Red Bull hochzufrieden mit Laurent Mekies als F1-Teamchef
"Laurent hat herausragende Führungsqualitäten bewiesen, seit er in die Red-Bull-Familie zurückgekehrt ist", sagt auch Oliver Mintzlaff. Er ist im Konzern als CEO Corporate Projects und Investments inzwischen auch zuständig für die Formel-1-Teams und damit Mekies' direkter Vorgesetzter.
"Er kombiniert technisches Fachwissen, strategisches Denken und ein tiefes Verständnis, warum unser Team Erfolg hat", meint Mintzlaff. "Und genauso steht er für die Werte und Mentalität, die Red Bull definieren: Mut, Teamwork, Einsatz und ein unbändiger Wille, auf höchstem Niveau zu kämpfen. Stabilität in der Führung ist ein Schlüssel zu permanentem Erfolg."
Mekies hatte Red Bull Racing nach turbulenten Jahren übernommen. Von 2024 bis 2025 war das Team an allen Ecken und Enden destabilisiert worden. Interne Ermittlungen gegen den damaligen Teamchef Christian Horner wegen Anschuldigungen von persönlichem Fehlverhalten, ein interner Machtkampf zwischen Horner und Red Bulls Motorsportberater Dr. Helmut Marko, ein sportlicher Abschwung, ein Brain Drain in der technischen Führung und wiederholte Ausstiegsdrohungen von Max Verstappen.
Nachdem Horner 2025 schließlich inmitten eines nicht enden wollenden sportlichen Abstiegs gefeuert wurde, holte der Konzern Mekies als Ersatz. Der erfahrene Ingenieur, der in einer illustren F1-Karriere von über 20 Jahren unter anderem bei Ferrari und der FIA gearbeitet hatte, war davor eigentlich als Teamchef bei den Racing Bulls, dem zweiten Team des Konzerns, angestellt gewesen.
Laurent Mekies setzt auf neue F1-Erfolgswelle bei Red Bull
Unter Mekies legte Red Bull aber in der zweiten Hälfte von 2025 tatsächlich bereits eine scharfe Wende hin und verhalf Verstappen beinahe doch noch zu einem fünften Titel. Darauf folgte 2026 zwar zuerst ein sportlicher Rückschritt, doch eine herausragende Update-Serie über den Verlauf der Saison hinweg verwandelte ein anfangs technisch enttäuschendes Auto im Herbst in einen Siegerboliden, der bei den letzten zwei Formel-1-Rennen in Malaysia und Singapur sogar der beste im Feld gewesen war.
Im Konzern, und im Team, wird Mekies geschätzt. Verstappen lobte ihn schon 2025, und er lobte ihn auch 2026 - und ließ sich im Vertrauen auf Mekies' Plan für die Zukunft schon vor dem Beginn der jüngsten Erfolgsserie zu einer vorzeitigen Vertragsverlängerung bis 2030 breitschlagen. Nebenbei hat Red Bull zuletzt auch Isack Hadjar als zweiten Fahrer fixiert, den Aderlass in der technischen Führung des Teams gestoppt und hier auch erste Neuverpflichtungen bekanntgegeben.
Mekies bleibt bei alldem immer noch bescheiden, wie er erst am Singapur-Wochenende kurz vor seiner Vertragsverlängerung unterstrich: "Umformen ist nicht das Ziel. Das Ziel ist, einen neuen Siegeszyklus zu beginnen, nachdem wir letztes Jahr den Titel verloren haben. Das schweißt uns alle zusammen. Jede Abteilung. Ich bin einer von 2.000 Leuten. Einer von 2.000 Leuten auf die gleiche Weise, wie jeder meiner Kollegen einer von 2.000 Leuten sind."
"Ich bin unglaublich stolz, diese Reise mit Red Bull Racing fortzuführen, und würde mich gerne bei Chalerm, Mark und Oliver, beim ganzen Team, und bei allen Beteiligten für das Vertrauen bedanken, das sie in dieses Projekt gesetzt haben", sagt Mekies heute und nutzt auch hier wieder die Chance, direkt auf seine Mitarbeiter angeführt von Cheftechniker Pierre Wache und Motorchef Ben Hodgkinson zu verweisen: "Wir haben eine starke Plattform für die nächsten Jahre, und wir glauben absolut dran, dass das erst der Anfang ist."



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