Nie zuvor in der Geschichte der GT World Challenge herrschte ein größeres Interesse an einem Saisonfinale wie an diesem Wochenende in Portimao. Der Grund liegt auf der Hand: Max Verstappen gibt sich die Ehre und absolviert erstmals einen Gaststart in seinem eigenen Mercedes-AMG-Team Verstappen Racing.

Gut 20.000 Livestream-Zuschauer verfolgten die Übertragung des 1. Freien Trainings am Freitagvormittag - und bekamen reichlich Action zu sehen vom vierfachen Formel-1-Weltmeister! Verstappen übernahm das Steuer des #3 Mercedes zu Beginn der 90-minütigen Session, kollidierte schon nach drei Minuten mit einem Sainteloc-Audi und drehte Ezequiel Perez Companc auf der Strecke. Die Rennleitung um Niels Wittich nahm den Vorfall nach dem Training genauer unter die Lupe.

Max Verstappen eine Stunde am Steuer im 1. Training

Verstappens Mercedes hatte bei der Kollision offenbar keinen größeren Schaden erlitten, sodass er die Fahrt ohne Check an der Box fortsetzte. Der Niederländer sammelte im Feld der 61 GT3-Autos reichlich Erfahrung: Verstappen saß gut eine Stunde durchgängig am Steuer und spulte 27 Runden am Stück ab, bevor er das von 2 Seas Motorsport eingesetzte Auto an Teamkollege Chris Lulham übergab.

Verstappen legte seine schnellste Runde in 1:49.640 Minuten zurück, die er im neunten Umlauf erzielt hatte. Sein Rückstand auf den zu diesem Zeitpunkt führenden WRT-BMW betrug zu diesem Zeitpunkt rund vier Zehntelsekunden. Verstappen, der mit seinem Team schon den privaten Test am Donnerstag (Platz 2) bestritten hatte, dürfte sich zunächst auf das Management der Pirelli-Reifen fokussiert haben, die im 3-Stunden-Rennen am Samstagabend ab 18:00 Uhr eine entscheidende Rolle spielen werden.

Max geht die Zeit aus: Verstappen-Mercedes auf Platz 20

Nachdem Lulham und dem dritten Verstappen-Racing-Fahrer im Bunde, Ben Barnicoat, rund 30 Minuten lang keine Zeitenverbesserung gelungen war, übernahm der Namensgeber noch einmal das Steuer zehn Minuten vor Schluss. Verstappen erhielt allerdings keine Gelegenheit mehr für eine schnelle Runde, weil die Rennleitung wenig später eine Full-Course-Yellow-Phase zu Testzwecken ausrief. Als wieder grüne Flaggen geschwenkt wurden, war Verstappen die Zeit ausgegangen.

Verstappen, Lulham und Barnicoat beendeten das 1. Freie Training schließlich auf dem 20. Platz. Die Bestzeit ging an Christopher Haase - Verstappens früherer NLS-Rivale - im #84 Eastalent-Audi R8 LMS GT3 Evo2. "Das war nur das Freie Training, aber Platz eins fühlt sich gut an. Das Auto liegt richtig gut auf der Strecke", sagte der Audi-Veteran, der sich das Auto mit Markus Winkelhock und Simon Reicher teilt. Haase erzielte die Bestzeit in 1:42.643 Minuten - 0,403 Sekunden schneller als Verstappen auf P20.

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Audi und BMW machten die Top-5 komplett unter sich aus: Hinter dem Haase-Audi folgte der #32 WRT-BMW M4 GT3 Evo um Kelvin van der Linde, Jordan Pepper und Charles Weerts im Abstand von nur 0,004 Sekunden. Auf den Plätzen drei bis fünf: der #99 Attempto-Audi (Dylan Pereira/Andrea Frassinetti/Alex Aka), der #98 Rowe-BMW (Phillip Eng/Jake Dennis/Marco Wittmann) sowie der zweite Pro-BMW von WRT um Valentino Rossi. Der #48 Winward-Mercedes mit den bereits feststehenden Endurance-Champions Maro Engel/Lucas Auer/Luca Stolz belegte Platz 31.

Verstappen bei GT World Challenge: "Hier, um zu gewinnen"

Verstappen, der dieses Jahr sein zweites GT3-Rennen nach dem Debüt bei den 24 Stunden vom Nürburgring absolviert, unterschätzte die versammelte Konkurrenz nicht. "Das Level ist sehr hoch", sagte er am Donnerstag. "Gegen ein paar von ihnen bin ich in der Vergangenheit gefahren, als wir jünger waren. Ein paar von den Jungs sind etwas älter als ich, aber sie haben überall auf der Welt sehr viel erreicht. Das Level zeigt, wieso so viele Autos am Start stehen: Du willst in einer der höchstklassigen GT-Meisterschaften antreten."

Trotz der großen und erfahrenen Konkurrenz rechnete sich Verstappen mit seinen Teamkollegen Lulham und Barnicoat einiges aus beim letzten Saisonrennen des Endurance Cup: "Ich will Spaß haben, aber auch konkurrenzfähig sein. Wir sind hier, um zu gewinnen. Das ist immer das Ziel."

Teamkollege Barnicoat, ansonsten in der IMSA mit einem GT3-Lexus unterwegs, sagte über seinen berühmten Teamkollegen: "Er verhält sich wie ein normaler Teamkollege im GT-Sport und ist komplett auf dem Boden geblieben. Er sitzt zum ersten Mal seit dem Nürburgring wieder im GT3-Auto. Seit seiner ersten Runde gestern haben wir gesehen, dass er nicht viel Zeit benötigt, um den Speed zu finden."

Für Verstappen und Co. geht es heute mit dem 2. Freien Training um 13:45 Uhr deutscher Zeit (1 Stunde Zeitverschiebung zu Portugal) weiter. Später am Abend wartet das Qualifying (ab 18:55 Uhr) auf die 61 Autos, das über die Startaufstellung zum letzten GTWC-Rennen des Jahres entscheidet.

GT World Challenge Portimao 2026: Ergebnis 1. Training (Top-10)

PositionFahrerTeamRückstand
1Christopher Haase / Simon Reicher / Markus Winkelhock#84 Eastalent-Audi1:42.643
2Kelvin van der Linde / Jordan Pepper / Charles Weerts#32 WRT-BMW+0,004
3Dylan Pereira / Andrea Frassineti / Alex Arkin Aka#99 Attempto-Audi+0,043
4Philipp Eng / Marco Wittmann / Jake Dennis#98 Rowe-BMW+0,046
5Max Hesse / Valentino Rossi / Neil Verhagen#46 WRT-BMW+0,063
6Ralf Aron / Maximilian Götz / Fabian Schiller#17 GetSpeed-Mercedes+0,152
7Marcelo Tomasoni / AJ Muss / Valentin Hasse-Clot#11 Comtoyou-Aston Martin+0,207
8Christian Krognes / Jamie Day / Henrique Chaves#34 Walkenhorst-Aston Martin+0,222
9Tommaso Mosca / Lorenzo Ferrari / Nicola Lacorte#51 AF-Corse-Ferrari+0,249
10Amaury Cordeel / Matisse Lismont / Ignacio Montenegro#30 WRT-BMW+0,259
20Max Verstappen / Chris Lulham / Ben Barnicoat#3 Verstappen-Mercedes+0,403

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