Kimi Antonelli kann derzeit mit breiter Brust dastehen. Der junge Italiener führt die Formel-1-Weltmeisterschaft an. Theoretisch könnte er sich also an der Spitze der Motorsport-Welt sehen, doch es gibt eine andere Disziplin, die ihm noch mehr Respekt abverlangt.
Kimi Antonello staunt über Mut der MotoGP-Fahrer: Würde nie mit 370 auf zwei Rädern fahren!
Beim Rennen in Monaco wurde der Mercedes-Pilot darauf angesprochen, ob die F1-Piloten in der Häuserschlucht das mutigste und verrückteste Rennen absolvieren würden. Antonelli hatte aber eine klare Antwort: "Es ist in der MotoGP. Wer im Motorradsport mitmacht, ist schon ein wenig verrückt."
Voller Ehrfurcht sprach der Jungstar über die andere Königsklasse: "Ich war bei der MotoGP in Mugello. Ich könnte mir selbst niemals vorstellen, mit 370 km/h auf zwei Rädern zu fahren. Ich bevorzuge unsere vier Räder, das ist wesentlich stabiler und sicherer. Deswegen habe ich so viel Respekt dafür. Was die tun, ist einfach unglaublich. Wenn die crashen, dann landen sie auf dem Asphalt oder rollen durch das Kiesbett, und sie wissen nicht, was mit ihnen passieren wird." Tatsächlich waren es noch nicht ganz 370 km/h. Jorge Martin kam dem bei seinem neuen Rekord aber sehr nahe.
Besonders eines ist für einen Formel-1-Rennfahrer schwer zu greifen: "Dass sie auch noch nach einem Sturz wieder auf die Strecke gehen, ist für mich einfach nur verblüffend. Während der Session stürzen sie, laufen zurück zur Garage, nehmen das Ersatzbike und fahren damit sogar noch schneller. Das ist verrückt. Da muss doch irgendwas im Kopf fehlen. Aber das ist auch das Beeindruckende daran. Davon kannst du auch lernen, wie du mental sofort wieder umschalten kannst nach einem Unfall oder ähnlichem."

Dementsprechend kommt Monaco-Sieger Kimi Antonelli auch zu dem Fazit, dass selbst das 'Hubschrauberfliegen im Wohnzimmer' nicht an die MotoGP herankommt: "Es ist definitiv fantastisch, ihnen zuzuschauen. Ich werde versuchen, noch mehr Rennen zu besuchen. Mein eigener Kalender muss natürlich Priorität genießen, aber diese Jungs sind definitiv verrückter [als Formel-1-Fahrer, Anm. d. Red.]."

Kimi Antonelli und Marco Bezzeccchi gemeinsam obenauf: Sprechen vor und nach jedem Rennen!
Eine besondere Freundschaft verbindet Antonelli mit einem der Titelkandidaten der MotoGP. Beim Heimrennen in Mugello wurde es fast kitschig: Der Mercedes-Pilot durfte Kumpel Marco Bezzecchi als Sieger abwinken. "Es war schön, dass Kimi hier war. Er ist ein guter Freund. In den letzten drei Jahren sind wir immer enger geworden", berichtet der Aprilia-Fahrer.
Wenn sie auch in verschieden Serien fahren, so ist für den F1-Jungstar die Verbindung zum Motorrad-Ass eine zusätzliche Motivation: "Wir sprechen vor und nach jedem Wochenende miteinander. Es ist cool, denn wir unterstützen uns gegenseitig. Wir geben uns positive Energie, aber wir pushen uns auch. Es ist großartig, denn wenn du siehst, dass ein Freund es so gut macht, dann willst du selbst noch besser sein."

Doch nicht nur die beiden Freunde sorgen in Bella Italia für Jubel. "Die Italiener erleben derzeit große Momente. Das wollen wir aufrechterhalten. Auch in anderen Sportarten leisten italienische Athleten unglaubliches. Yannik Sinner im Tennis und auch bei den Olympischen Winterspielen hat Italien fantastisch abgeschnitten", fügt Antonelli noch hinzu. Die Fußballnationalmannschaft hat er dabei allerdings aus wohl bekannten Gründen nicht erwähnt...
Während Antonelli die Weltmeisterschaft recht deutlich anführt, steckt Bezzecchi nach schwierigen Wochen in einem Fünfkampf. Richtig absetzen kann sich in der MotoGP derzeit niemand. Mehr dazu in unserem neuen Video:



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