Drei Wochen Sommerpause wollte Marc Marquez nutzen, um seiner ledierten rechten Schulter dringend benötigte Kraft zu verleihen. Dass dies gelingen würde, bezweifelte im MotoGP-Paddock bis zuletzt kaum jemand - und nicht wenige erwarteten deshalb, dass die Nummer 93 in der zweiten Saisonhälfte 2026 wieder von Sieg zu Sieg stürmen würde. Zumindest am Silverstone Circuit deutet darauf aber noch gar nichts hin.
Marc Marquez droht, in Silverstone sogar die Top-Fünf zu verpassen
"Es war ein guter Tag für uns. Wir haben gute Arbeit geleistet und versuchen gerade noch, das beste Paket für uns zu finden", begann Marquez seine zunächst sehr positiv klingenden Ausführungen zum Trainingstag auf der Insel. Schon im Nachsatz war davon aber nichts mehr zu hören. Nach Platz sechs und 0,733 Sekunden Rückstand lautete die bittere Erkenntnis: "Wir sind aktuell sehr weit weg vom Podium. An den Top-Fünf sind wir etwas näher dran, aber aktuell nicht mal in denen."

Tatsächlich scheint es nach den Trainings am Freitag so, als wären in Silverstone nicht nur alle vier Aprilias vor Marquez, sondern auch dessen Bruder Alex, Fabio Di Giannantonio und potenziell auch Pedro Acosta. Teammanager Davide Tardozzi sprach bei 'TNT Sports' deshalb recht schnell von Schadensbegrenzung: "Ich schätze mal, dass wir hier einfach Punkte mitnehmen müssen. Natürlich blicken wir in Richtung Podium, wenn das möglich sein sollte. Am Ende ist es aber einfach wichtig, dass wir Samstag und Sonntag Punkte mitnehmen."
Dass Silverstone nochmal ein hartes Wochenende werden könnte, hatte Marquez bereits am Sachsenring angekündigt. "Ich habe seit 2013 immer auf den gleichen Strecken zu kämpfen. Diese schnellen, fließenden Kurven machen mir einfach Probleme", begründete er jetzt nochmal. Das bestätigt auch ein Blick in die Statistik: In seiner gesamten MotoGP-Karriere konnte der spanische Superstar nur einmal (2014) im 'British Home of Motorracing' gewinnen. Damit zählt der 5,9 Kilometer lange Highspeedkurs klar zu den Strecken, auf denen Marquez die wenigsten Erfolge feiern konnte.
Marc Marquez bestätigt: Rechte Schulter wieder ausgeheilt
Und doch hatte sich so mancher Fan und Experte an diesem Wochenende etwas mehr erwartet. Dass sich dies bislang nicht abzeichnet, dürfte deshalb vor allem im Aprilia-Lager sehr freudig zur Kenntnis genommen werden. Ein Durchmarsch zum Titel wie im Vorjahr ist nun keine Garantie mehr, im Gegenteil. Denn Marquez verkündete am Freitag, dass er über die Sommerpause sehr wohl die erhofften Fortschritte mit seiner rechten Schulter geschafft hat. "Ja", antwortete er unmissverständlich. Aber: "Ich habe auch verstanden, dass es jetzt ist, wie es ist. Ich muss meinen Fahrstil daran anpassen, was mein Körper braucht."
Scheint, als wäre Marquez also wieder bei 100 Prozent - und doch gibt es weiterhin Strecken, die ihm Probleme bereiten. Das eröffnet Möglichkeiten für die Konkurrenz, ihn auch im restlichen Saisonverlauf noch das ein oder andere Mal schlagen zu können. Vielleicht nicht Aragon, aber Spielberg, Mandalika, Sepang oder Portimao beispielsweise. Folglich könnten 25 Punkte in Silverstone umso wichtiger für die Rivalen werden, um den Vorsprung auszubauen bzw. den Rückstand zu reduzieren. Denn für den Titelverteidiger in Ducati-Rot wird es wohl nicht viel zu holen geben: "Ich habe vielleicht ein kleines Bisschen mehr Potenzial wie in Assen, aber die Position könnte ziemlich ähnlich werden."
Auf dem TT Circuit wurden es die Plätze sechs (Sprint) und sieben (Grand Prix). Was meint ihr: Auf welchen Positionen wird Marquez in Silverstone eintrudeln? Sagt es uns in den Kommentaren! WM-Rivale Marco Bezzecchi verriet unterdessen, dass seine Knieverletzung am Sachsenring doch schwerer ist als bislang bekannt. Mehr dazu in diesem Artikel:



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