Johann Zarco schockte am 17. Mai die MotoGP-Welt. Nachdem Pedro Acosta und Alex Marquez mit ihrem wilden Auffahrunfall für einen Abbruch des Rennens in Barcelona gesorgt hatten, stand Zarco beim Neustart im tragischen Fokus. Er verlor die Kontrolle über seine Honda, kollidierte mit Francesco Bagnaia und wurde mit seinem linken Bein zwischen Hinterrad und Verkleidung dessen Ducati eingeklemmt.
Johann Zarco bei Barcelona-Crash schwer verletzt
Die Folge waren Risse des vorderen und hinteren Kreuzbandes sowie des Innenmeniskus, eine Verletzung am Sprunggelenk und schwere Verbrennungen im Bereich des Knies, vermutlich durch Kontakt mit dem Auspuff an der Honda des ebenfalls in die Kollision verwickelten Luca Marini. Diese Verbrennungen wurden später medizinisch relevant, da sie wegen des Infektionsrisikos eine zunächst erwogene Knieoperation verzögerten und schließlich verhinderten.
Zarco und die behandelnden Ärzte entschieden sich stattdessen für eine konservative Behandlung ohne operativen Eingriff. Seither arbeitet der Franzose mit intensiven Trainingseinheiten im Fitnessstudio und auf dem Fahrrad an seinem Comeback. In dieser Woche folgte der nächste wichtige Schritt: Zarco konnte erstmals wieder auf einem Motorrad trainieren, wie unsere spanischen Kollegen von 'Motorsport.com' erfahren haben. Auf die erste Einheit vor einigen Tagen folgte eine zweite am Freitag.
Johann Zarco fährt Motorradtraining in Andorra
Zarco fuhr seine Runden auf dem Circuit Andorra - Pas de la Casa in der Nähe seines Wohnsitzes im kleinen Fürstentum. Hierbei handelt es sich um einen kleinen Kurs mit nur 945 Metern Länge, der sich mit 2.400 Metern über dem Meeresspiegel als höchstgelegene permanente Rennstrecke der Welt bezeichnen darf und im Winter in eine Schnee- und Eispiste umfunktioniert wird.
Ein Comeback auf der großen MotoGP-Bühne hat Zarco für den San-Marino-Grand-Prix von 11. bis 13. September in Misano angepeilt. Zuvor könnte er aber noch von der im Vorjahr eingeführten Privattestregelung für langzeitverletzte Fahrer profitieren: Diese sieht vor, dass Piloten die drei aufeinanderfolgende Grands Prix verpassen oder 45 Tage an keinem offiziellen Event teilnehmen, das Recht auf einen privaten Testtag mit ihrem MotoGP-Bike haben. Zarco würde diese Kriterien mit Leichtigkeit erfüllen. Einzige Einschränkung: Auf der befahrenen Strecke darf in den folgenden acht Wochen kein Grand Prix stattfinden. Zarcos LCR-Team und Honda arbeiten aktuell an einer Lösung.
Strafe: Johann Zarco bei Comeback mit Double-Longlap
Fest steht: Wenn Zarco sein Renn-Comeback gibt, wird er eine Strafe absitzen müssen. Die MotoGP-Stewards identifizierten ihn in der Startkollision von Barcelona als Schuldigen und belegten ihn nach einem Online-Meeting, in dem Zarco seine Sicht der Dinge schildern durfte, mit einer doppelten Longlap-Penalty für sein nächstes Rennen:



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