Nach der Sommerpause der Formel 1 erwischte WM-Favorit Kimi Antonelli am Freitag in Zandvoort keinen Start nach Maß. Während Mercedes-Teamkollege George Russell sich im Sprint-Qualifying mit der Pole Position für das Rennen am Samstag zurückmeldete, war das Supertalent komplett neben der Spur. Ein früher Fahrfehler endete um ein Haar in einem Crash. Nach dem Ausritt war das Selbstvertrauen angeschlagen - und wohl auch das Auto. Über die Konsequenzen waren sich Fahrer und Mercedes-Teamchef Toto Wolff im Nachgang allerdings uneins. Antonelli war vom Schaden an seinem Fahrzeug überzeugt, sein Boss hingegen von der erfolgreichen Reparatur.
"Oh ja, der [Schaden] war ziemlich groß. Ich hatte ein paar Löcher im Unterboden", so Antonelli nach dem Sprint-Qualifying in den Niederlanden. Schon auf seiner ersten fliegenden Runde im SQ1 hatte er in Kurve 13 das Auto verloren. Beim Einlenken brach das Heck aus, er konnte einen Abflug gerade noch verhindern, fuhr nach dem Safe aber mit immer noch hoher Geschwindigkeit durchs Kiesbett. "Ich habe ganz komisch das Heck verloren", hatte der 19-Jährige seinem Team sogleich am Funk berichtet.
"Mein Entry-Speed war in der letzten Kurve auf der ersten Runde etwas zu hoch. Ich habe das Heck verloren und bin dann durchs Kiesbett, und damit war es im Grunde gelaufen", erklärt er hinterher. Toto Wolff sah den Fehler durch das enge Kräfteverhältnis zwischen den Top-Teams begünstigt. "Die Abstände sind so gering und er hat einen kleinen Fehler gemacht. Er hat am Kurveneingang zu hart gepusht, das passiert schnell", so der Österreicher bei Sky Sports F1.
Kimi Antonelli von Schaden überzeugt, Toto Wolff spricht von erfolgreicher Reparatur
Nach einem kurzen Halt bei seiner Crew nahm Antonelli die Session wieder auf. "Als ich reinkam, sagten sie mir sofort, dass ich 25 Punkte [Downforce] verloren habe. Sie haben versucht, es so gut wie möglich zu reparieren, aber der Schaden war definitiv noch da. Ich habe in den langsamen Kurven sehr zu kämpfen gehabt", erklärt der Italiener, der die Formel-1-Gesamtwertung vor dem zwölften Rennwochenende mit 50 Punkten Vorsprung auf Lewis Hamilton anführt.
Toto Wolff hingegen ist davon überzeugt, dass der Mercedes mit der Startnummer 12 nach der Reparatur einwandfrei lief. "Kimi hat 20 Punkte verloren wegen eines Lochs im Unterboden. Aber wir haben es geschafft, das zu flicken und es sah hinterher komplett intakt aus", sagt der 54-Jährige. Mit den Plätzen acht und sechs in SQ1 und SQ2 kam sein Fahrer trotz allem ins Finale des Sprint-Qualifyings.
Fahrfehler kostet Kimi Antonelli in Zandvoort an Selbstvertrauen
Dort belegte Antonelli allerdings nur Rang fünf, zweieinhalb Zehntelsekunden über der Pole-Zeit von George Russell. "Danach war es natürlich nicht einfach, das Selbstvertrauen wieder aufzubauen", gesteht der sechsfache Grand-Prix-Sieger, dass er nach dem Schreckmoment durchaus verhaltener an die Sache heranging. Nach dem Qualifying entschuldigte er sich im Funk außerdem beim Team: "Sorry wegen dem SQ1. Das hat unsere Session etwas beeinträchtigt."
Renningenieur Peter Bonnington lieferte daraufhin gleich die Bestätigung: "Keine Sorge Junge, wir haben im letzten Sektor am meisten verloren. Wir reparieren das Auto für morgen und kriegen das wieder hin", so der Brite. Auch Antonelli sieht sich für den Rest des Wochenendes nach wie vor in einer vielversprechenden Position: "Wir werden versuchen, das Beste aus dem Rennen zu machen. An der Spitze liegen alle sehr dicht beieinander, daher wird es nicht einfach sein, zu überholen", sagt er. "Dann werden wir das Auto nach dem Qualifying wieder in Ordnung bringen und es nochmal versuchen."


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