Die letzten Wochen vor der Sommerpause waren für George Russell ein echter Formel-1-Albtraum gewesen, mit allen möglichen technischen und sportlichen Gebrechen. In der Pause trennte sich Russell daraufhin einmal kurz komplett vom F1-Leben - und machte einen Heiratsantrag. Wenige Tage später holt Russell raus aus der Pause kommend sofort eine Sprint-Pole.
"Ich muss wohl nach dem Verlobungsring etwas leichter sein!", scherzte Russell direkt nach seiner Pole-Runde schon am Funk. Um 0,041 Sekunden hatte er sich die Pole vor Lando Norris gesichert, Teamkollege und WM-Leader Kimi Antonelli konnte er um 0,227 Sekunden abhängen. "George kommt zurück", meint auch sein Teamchef Toto Wolff danach gegenüber Sky UK und grinst: "Ich denke, er fühlt so viel Druck von seinen Schultern abfallen, nachdem sie seinen Heiratsantrag akzeptiert hat."
Den hatte Russell schließlich auch ernst genommen, wie er am Donnerstag in Zandvoort in der Pressekonferenz erklärt hatte, hatte selbst den Verlobungsring designt, und so weiter: "Ich wurde dann plötzlich richtig nervös, als ich mich hinkniete. Aber nein, es war großartig."
George Russell in Zandvoort endlich sofort im Rhythmus
Genauso großartig ging ihm am Ende das Sprint-Qualifying am Freitag von der Hand: "Es ist eine Strecke, die ich richtig liebe, und hier musst du richtig Einsatz zeigen." Anders als an den letzten Wochenenden schaffte er das dieses Mal auch sofort: "Die Runde fühlte sich richtig gut an. Alles kam gut zusammen. Das ist in diesen Sprint-Qualifyings schwierig, wo du nur einen Schuss auf Soft hast und sich Strecke und Grip stark entwickeln."
Ein sicher gutes Signal - seit Barcelona war Russell schließlich eigentlich aus dem Rhythmus. Selbst in Österreich, wo er seine letzte Pole und den letzten Sieg holte, war er das ganze Wochenende dem Setup des Autos hinterhergelaufen und schien teilweise tief in seinem eigenen Kopf festzustecken. Silverstone und Spa verbrachte er dann nur damit, einem rätselhaften Topspeed-Defizit auf den Grund zu gehen, stellte dabei seinen Fahrstil um, nur um am Ende zu erfahren, dass es ein Bug in der Software der Power Unit gewesen war.
Ungarn brachte den Rhythmus auch bei gelöstem Rhythmus nicht zurück, dann kam auch noch ein Power-Unit-Defekt und ein Systemfehler der Power Unit beim Start hinzu, was ihn in der ersten Runde bis auf den letzten Platz zurückwarf . "Es war ein schwieriges Ende der ersten Hälfte, und ich freue mich wirklich, dass ich wieder hier stehe, es ist schon etwas länger her, dass ich bei so einem Interview war", meint Russell nach dem Sprint-Qualifying.
Russell denkt nicht zu viel nach - mit Erfolg
"Gut, mich daran zu erinnern, dass ich es noch kann und nicht vergessen haben, wie man fährt", so Russell. "Zu viel nachdenken" war tatsächlich in Zandvoort wie auch in Österreich wieder eines: "Ganz ehrlich, ich kam sehr offen in dieses Wochenende, und wusste nicht, wie es laufen würde. Mein Selbstvertrauen war nicht gerade am Höchststand."
"Es geht einfach nur darum, sich zu erinnern, was ich vom Auto brauche, und das alles fast wie das erste Rennen des Jahres zu behandeln", verrät Russell. "Nicht zu viel darüber nachdenken. Scheint für mich zu funktionieren. Das ist aber sehr schwierig umzusetzen." Zumindest im Sprint-Qualifying, mit nur einem Training Vorbereitung, hat es funktioniert.
Aber das war andererseits erst der Start in ein langes Sprint-Wochenende. "Die Big Points gibt es am Sonntag, da muss ich jetzt einfach den Schwung mitnehmen", meint Russell. Mercedes-Teamkollege und WM-Leader Kimi Antonelli brachte nach einem Ausritt am Freitag schließlich gleich auch ins Spiel, dass sein Auto dabei kaputtgegangen wäre. Liegt er nur deshalb zwei Zehntel hinter Russell? Mehr von Antonelli gibt es hier:



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