Nach einem klaren Aufwärtstrend im Vorjahr läuft die MotoGP-Saison 2026 bisher enttäuschend für Honda. Zur Halbzeit ist die Ernüchterung bei einem Stammfahrer so groß, dass er trotz der anstehenden Regelrevolution ab 2027 noch Updates für die aktuellen Bikes fordert.
"Besser als Platz acht ist schwierig" - Luca Marini über Hondas erste Saisonhälfte 2026 enttäuscht
"Wir haben das Beste rausgeholt. Im Moment ist das einfach unser Potential, das hat sich nun in dieser ersten Saisonhälfte gezeigt. Besser als Platz acht ist schwierig, von besonderen Gelegenheiten einmal abgesehen", konstatierte Luca Marini nach dem Rennen am Sachsenring. Mehr zum Rennwochenende in Deutschland gibt es in unserem aktuellen Interwetten MotoGP-Magazin mit Tom Lüthi:
Tatsächlich kam der Italiener bisher nur in Barcelona (P6) und Ungarn (P5) über Rang acht hinaus. Beides waren Grand Prix, in denen er von zahlreichen Ausfällen der schnelleren Motorräder profitieren konnte. Aufgrund seiner Konstanz kamen für Marini als bisher bester Honda-Fahrer immerhin noch 79 Punkte und WM-Rang zehn zur Halbzeit zusammen.
Luca Marini fordert MotoGP-Updates, doch Ressourcen liegen auf 850ern
Mehr geht aber einfach nicht. Honda steht an und Marini fordert technische Unterstützung: "Wir haben in dieser ersten Hälfte wirklich alles ausprobiert. Jedes Detail, jedes Setup, alles was wir versuchen konnten, haben wir versucht. Am Ende bleiben die Probleme dieselben und das Gefühl der Fahrer ebenso. Wir müssen jetzt etwas mehr Druck auf die Ingenieure in Japan machen, damit sie uns ein paar vielversprechendere Teile liefern."

Doch geht das überhaupt noch? Die Ressourcen der Hersteller liegen längst auf der Entwicklung der 850er-Motorräder für 2027, auch bei Honda. Nicht umsonst fährt seit Wochen Cal Crutchlow als Johann Zarcos Ersatzmann bei LCR, da Testfahrer Takaaki Nakagami als Alternative zum verletzten Aleix Espargaro sich einzig und allein dem neuen Prototypen widmen soll.
Neue Teile für 2026 und 2027 möglich? Honda zuletzt sogar hinter Yamaha
Wie sollen da noch Updates für die 1000er-Maschine kommen? Für Marini ist das kein Widerspruch: "Wir sprechen mit ihnen [den Honda-Ingenieuren, Anm. d. Red.] darüber. Wenn du dieses Jahr noch etwas bringst, das du auch 2027 benutzen kannst, dann wirst du jetzt schon mehr Daten dafür sammeln. Warum also Zeit vergeuden und auf die Zukunft warten, wenn du schon dieses Jahr etwas herausfinden und vielleicht die Performance verbessern kannst?"

"Denn wir sind nicht glücklich mit Platz acht. Letztes Jahr hatten wir uns bereits an diesen Platz gewöhnt und jetzt wollten wir besser sein. Aber in dieser ersten Saisonhälfte war das unmöglich", betont er dann noch einmal seine Enttäuschung. Am Sachsenring waren die RC213Vs sogar dem kriselnden Erzrivalen von Yamaha unterlegen: "Die lenken sehr gut ein in den Kurven, das ist für uns nicht so einfach. Wir tun uns da etwas schwerer. Auf dieser Strecke war das Kurvenverhalten sehr wichtig, also war die Yamaha am Ende etwas besser als wir. Wir haben sogar den 'Japaner-Cup' verloren." Obwohl er 2027 nicht mehr für Honda fahren wird, möchte sich Luca Marini anständig verabschieden können. Ob Honda seinen Wunsch nach Updates erfüllt, steht aber auf einem anderen Blatt.
Wo Luca Marini 2027 weitermacht, steht noch nicht fest. Die Zeichen verdichten sich aber immer mehr, dass Günther Steiner ihn zu Tech3 holen möchte. Zuletzt sprach der Südtiroler sehr positiv über den Halbbruder von Valentino Rossi. Mehr dazu hier:



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