Am Samstagnachmittag steckte Max Verstappen beim Formel-1-Wochenende in Österreich nach einem brachialen Abflug noch in der Wand, heute darf er sich bereits wieder feiern lassen. Im Fahrer-Ranking bei Motorsport-Magazin komplettiert Verstappen seine Comeback-Fahrt vom Sonntag, die ihm schon im offiziellen F1-Voting den ersten Platz eingebracht hatte, und sicherte sich den ersten Platz.

Bester F1-Fahrer in Österreich: Max Verstappen von Unfall nicht zu stoppen

Für die MSM-Leser ist der Fall klar, dass Max Verstappen der beste Fahrer an diesem Wochenende war. Der Niederländer bekam von ihnen eine Benotung von 1,49 und war damit mit George Russell einer von nur zwei Fahrern, die bei den Lesern unter einer 2 blieben. Die Redaktion wollte Verstappen seinen Unfall aus dem Qualifying hingegen nicht erlassen und benotete ihn geschlossen mit einer 2, während Russell, Piastri und Lawson jeweils von einem Redakteur mit der Topnote bedacht wurden. Trotzdem reichte es für Verstappen mit 1,74 zu 1,78 gegenüber Russell.

Oscar Piastri durfte sich für die Chancenlosigkeit seines McLarens im Kampf um das Podium mit einem Stockerl-Platz im Ranking trösten und verdrängte damit einen smart fahrenden Mittelfeld-Sieger namens Liam Lawson auf den vierten Platz. Lewis Hamilton hatte an diesem Wochenende nicht das Material, um sein Barcelona-Wunder zu wiederholen, aber Platz 5 reicht immer noch, um die Gesamtführung im Ranking zu übernehmen (dazu später mehr).

P.FahrerNote
1Verstappen1,742. Sieg der Saison
2Russell1,78Wartet seit Singapur 2025 auf einen Ranking-Sieg
3Piastri1,932. Podium der Saison

Dahinter folgten Gabriel Bortoleto, Arvid Lindblad und Kimi Antonelli. Der Italiener stolperte sowohl im Rennen als auch im Ranking über den ersten Stint und über seinen Sicht-Fehler im Qualifying. Oliver Bearman und Lando Norris rundeten die ersten Zehn ab. Vor allem bei Bearman gaben dabei die Lesernoten den Ausschlag. Denn mit 2 wurde er tatsächlich gleich gut bewertet wie Sieger Verstappen und übrigens auch gleich gut wie Carlos Sainz auf Ranking-Position 12.

Schlechtester Formel-1-Fahrer in Österreich: Hundertstelkrimi um die rote Laterne

Knapp ging es am Ende des Klassements zu. Da in Österreich kein Fahrer komplett abfiel, gab es gleich eine lange Liste an veritablen Kandidaten für die hintersten Positionen. Nur Esteban Ocon und Franco Colapinto und Isack Hadjar schafften es überhaupt, von der Redaktion Noten unter 3 einzufahren. Hadjar hatte mit den letzten Positionen aber nichts zu tun, während für Ocon und Colapinto diese Noten den Ausschlag gaben.

Der Alpine-Pilot landete mit einer Gesamtnote von 3,83 auf dem letzten Platz, während Ocon ein einziges Hundertstel davor auf P21 landete. In den Augen der Leser hätte sich Lance Stroll die rote Laterne verdient gehabt, denn er bekam von ihnen mit Abstand die schlechtesten Noten (4,61), aber die Redaktion bewahrte ihn knapp vor diesem Schicksal.

P.FahrerNote
20Stroll3,81Besser als sein Saison-Durchschnitt (3,88)
21Ocon3,822026 erst einmal unter 3
22Colapinto3,83Bester Letzter der Saison

Härtefälle in Österreich: So denken die Formel-1-Redakteure

Christian Menaths positiver Härtefall: George Russell
Ein perfektes Wochenende hat für mich niemand gefahren. Bei Verstappens Abflug im Qualifying bleiben Zweifel, ein Defekt konnte bislang nicht gefunden werden. Russell hat mich aber überzeugt. Nicht mit seiner reinen Pace, im Rennen war Antonelli wieder schneller. Aber er hat geliefert, als es drauf ankam. Seine Q3-Runde war auch vor der Gelb-Phase schneller. Seine Reaktion auf Gelb war sportlich top und abgeklärt, gefallen tut mir das persönlich nicht. Aber dort muss das Reglement ansetzen, nicht meine Benotung.

Christian Menaths negativer Härtefall: Esteban Ocon
Ocon befindet sich bei Haas in einer Dauer-Krise. So wie die letzte Saison zu Ende ging - Abu Dhabi einmal ausgenommen - so läuft das ganze Jahr 2026. Der Rückstand auf Bearman ist schlicht zu groß und zu konstant. Mir fehlt der Glaube, dass an seinem Auto immer etwas krumm ist.

Florian Niedermairs positiver Härtefall: Liam Lawson
Liam Lawson kann man an diesem Wochenende eigentlich nur anlasten, dass der Vorsprung gegenüber seinem Rookie-Teamkollegen Arvid Lindblad doch relativ gering war und dass es in Sachen Risiko-Management vielleicht nicht die beste Wahl ist, sich im in der Startphase im Kampf gegen einen McLaren auf die Wiese zu begeben. Das kann ungut enden. Aber sei es darum, das restliche Wochenende war beispielhaft exekutiert. Fehler unterliefen ihm keine nennenswerten, seine Bremsen rettete er auch erfolgreich vor dem Hitzetod und als sich Lindblad offen einer Teamorder widersetzte, verlor er nicht sofort seinen Kopf, sondern fuhr einfach weiterhin seinen Stiefel herunter. Lawson lieferte in Spielberg zwar kein Spektakel, dafür aber eine umsichtige Fahrt.

Florian Niedermairs negativer Härtefall: Alex Albon
So richtig herausragend schlecht war an diesem Wochenende eigentlich niemand. Nur bei Franco Colapinto und Esteban Ocon rechtfertigte ihr klarer Rückstand im Teamduell und ihr uninspirierendes Rennen eine 4, aber die Kollegen Menath und Steinrisser hatten diese beiden schon vor mir reserviert. Also lege ich mal die Spielberg-Lupe weg und nutze die Gelegenheit, um auf das große ganze Bild der letzten Wochen und Monate zu blicken und darauf aufmerksam zu machen, wie bescheiden die Vorstellungen von Alex Albon aktuell sind. Durchschnittlich über drei Zehntel im Qualifying sind viel. Zu viel für die Lorbeeren, die er sich in den letzten Jahren eingesammelt hat.

Markus Steinrissers positiver Härtefall: Oscar Piastri
Barcelona war eine ziemliche Enttäuschung in Sachen Rennpace bei Oscar Piastri gewesen. Da war es leicht vorstellbar, dass es bei der nächsten Hitzeschlacht mit hohem Reifenabbau in Österreich ähnlich laufen würde, doch Piastri belehrte uns eines Besseren. Übrigens auf der Paradestrecke von Teamkollege Lando Norris schlechthin. Dass er da im Qualifying praktisch auf Augenhöhe fuhr und im Rennen ihn abhängen konnte ist eine starke Leistung.

Markus Steinrissers negativer Härtefall: Franco Colapinto
Da ist er wieder, jener Franco Colapinto, von dem man nach den letzten Rennen hoffte, ihn nicht mehr wiederzusehen. Fehler im Qualifying sorgten für eine riesige Lücke zu Pierre Gasly, ein schlechter Start kam als Bonus obendrauf für ein sehr unbeeindruckendes Ergebnis. Das war nicht das beste Alpine-Wochenende, aber wenn Gasly mit einem zusätzlichen Stopp 25 Sekunden vor ihm ins Ziel kommt, sieht das nicht gut aus.

Verstappen-Sensation gescheitert! Was ging bei Ferrari schief? (09:57 Min.)
RennenFahrerMenathNiedermairSteinrisser
1Russell221
2Verstappen222
3Antonelli332
4Piastri221
5Hamilton222
6Hadjar433
7Norris322
8Leclerc333
9Lawson221
10Lindblad232
11Bortoleto222
12Hülkenberg333
13Gasly322
14Bearman222
15Colapinto444
16Ocon443
17Albon333
18Alonso223
19Sainz222
20Stroll333
21Perez223
22Bottas333

Wie gut war das Rennen der Formel 1 in Spielberg?

Die Redaktion befand den Österreich-GP für exakt genauso gut wie das Rennen in Spanien vor zwei Wochen, wenn auch die Meinung der einzelnen Redakteure weit auseinanderging. Die Leser fühlten sich allerdings minimal schlechter unterhalten als beim ersten Sieg von Lewis Hamilton 14 Tage zuvor. Insgesamt liegt die Renn-Bewertung knapp über dem bisherigen Jahresschnitt (2,34).

  • Lesernote Rennen: 2,18
  • MSM-Note Rennen: 2,67
  • Gesamtnote Rennen: 2,42

Bester F1-Fahrer 2026: Wachablöse an der Spitze

Jetzt wird es richtig spannend in der WM! Nein, nicht in der Fahrermeisterschaft der Formel 1, denn dort ist Kimi Antonelli mit 40 Punkten Vorsprung ja immer noch komfortabel vorne. Aber in unsere Ranking-Meisterschaft wird es knapp. Dort liegen Antonelli und Hamilton nun mit 93 Zählern gleichauf und beide stehen bei einem Ranking-Sieg. Da er mehr zweite Plätze vorweisen kann, liegt Hamilton aber aktuell im Tiebreaker vorne. Auch Max Verstappen fehlen nur noch fünf Punkte auf die Spitze. Gemessen am Notenschnitt hält Antonelli nach wie vor den ersten Platz, aber auch hier wird die Luft für den Mercedes-Youngster dünner.

So funktioniert das MSM-Fahrerranking

Langjährige MSM-Leser kennen das Ranking bereits, das inzwischen bewährte System der Vorjahre geht 2025 bereits in sein siebtes Jahr. Direkt nach dem Zieleinlauf jedes Grand Prix rufen wir euch in unserem Formel-1-Liveticker zum Rennen und hier im Artikel zur Benotung aller 20 Piloten auf. Bis zum nächsten Mittag (bei abendlichen Übersee-Rennen auch länger) könnt ihr bewerten, was das Zeug hält.

Aus dem Mittelwert eurer Noten ergibt sich für jeden Fahrer eine Lesernote. Parallel zu euch benoten auch wir, die MSM-F1-Crew rund um Christian Menath, Florian Niedermair und Markus Steinrisser, ebenfalls die Leistungen aller Fahrer an dem betreffenden Wochenende. Auch aus unseren Urteilen bilden wir einen Mittelwert - die MSM-Note. Die Gesamtnote entsteht im letzten Schritt durch den Mittelwert aus User- und MSM-Note zu gleichen Teilen. Bei Gleichstand im finalen Ranking entscheidet die beste Einzelnote.

Als kleines Extra liefert jeder Redakteur seine persönlichen Härtefälle des Wochenendes, indem er wählt und erklärt, welcher Fahrer ihm besonders aufgefallen ist. Einmal im positiven und einmal im negativen Sinn. Online geht das Gesamtergebnis immer um 18:00 Uhr am Tag nach dem Rennen.